Finaltag der Amateure

Vor Niederrheinpokal-Endspiel am Samstag: "Die Vorfreude ist enorm!"

Die Trainer Umut Akpinar (1. FC Kleve) und Christian Neidhart (RWE) standen in digitaler FVN-Pressekonferenz zugeschalteten Journalisten Rede und Antwort.
20. August 2020 Herrenfußball | Wichtige MitteilungText: Thomas Palapies-Ziehn/Henrik Lerch
Vor Niederrheinpokal-Endspiel am Samstag:
Bildquelle: FVN
Bei der digitalen FVN-Pressekonferenz am Donnerstag, 20. August, waren neben Umut Akpinar (oben, 2.v.r.) und Christian Neidhart (mittlere Reihe, 2.v.r.) acht Journalisten zugeschaltet. (Ausschnitt der Zoom-Videokonferenz)

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen: Wegen der Corona-Krise lud der Fußballverband Niederrhein (FVN) vor einem Endspiel im Niederrheinpokal erstmals zu einer digitalen Pressekonferenz. Im Stadion Essen stehen sich am Samstag, 22. August, ab 14.45 Uhr im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ (live in der ARD sowie im Livestream auf sportschau.de) Regionalligist Rot-Weiss Essen und Oberligist 1. FC Kleve gegenüber.

Der neue RWE-Trainer Christian Neidhart und FCK-Trainer Umut Akpinar sowie Wolfgang Jades (Vorsitzender des FVN-Verbandsfußballausschusses) standen FVN-Pressesprecher Henrik Lerch sowie acht zugeschaltete Journalisten am heutigen Donnerstag, 20. August, online Rede und Antwort. Wir haben die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.

 

Wolfgang Jades über…

…die Fortsetzung des Pokal-Wettbewerbs nach der Corona-Unterbrechung: „Erst einmal Glückwunsch an Rot-Weiss Essen und den 1. FC Kleve zur Teilnahme am Finale. Es ist sicher eine enorm umfangreiche Pokal-Saison. Wir haben aber schon seit der Aussetzung des Spielbetriebs Mitte März gesagt, dass wir versuchen wollen, den Pokal sportlich zu Ende zu bringen. Deshalb auch noch einmal herzlichen Dank an die anderen beiden Halbfinalisten TVD Velbert und 1. FC Bocholt, die mit dazu beigetragen haben, dass dies gelingen konnte. Ich freue mich darauf, dass das Finale am Samstag auf dem Platz entschieden wird. Es ist allerdings schade, dass die Partie coronabedingt vor keiner großen Kulisse stattfinden kann. Dies hätte das Endspiel ohne Zweifel verdient.“

 

Umut Akpinar über…

…die Stunden nach dem Halbfinal-Krimi gegen den 1. FC Bocholt (4:3 im Elfmeterschießen): „Ich habe nach dem Duell vielleicht zwei bis drei Stunden geschlafen, weil mir die Partie immer wieder durch den Kopf ging. Nachdem ich das Spiel noch einmal mit der Mannschaft besprochen habe, lag der Fokus aber schnell auf Rot-Weiss Essen. Die Vorfreude auf das Endspiel ist enorm. Für uns ist es eine Riesensache, drei Jahre nach dem Aufstieg in die Oberliga die Chance zu haben, den Pokal zu holen. Mit RWE bekommen wir es mit einem Top-Gegner zu tun. Was willst Du mehr?“

den Unterschied zwischen Regionalligist und Oberligist: „Der Unterschied ist riesig - gefühlt liegt er bei zwei Ligen. RWE trainiert unter Profi-Bedingungen, unsere Spieler gehen zusätzlich arbeiten. Auf die Saison gesehen kann da kein Oberligist mithalten. Die meisten Aufsteiger aus der Oberliga tun sich in der Regionalliga in der Regel schwer und spielen gegen den Abstieg. Wir haben uns so gut es geht auf das Endspiel vorbereitet. Ich denke, dass die Form am Spieltag sowie die Einstellung eine ganz entscheidende Rolle spielen werden.“

die Regeneration nach dem Bocholt-Spiel: „Das waren 120 harte Minuten gegen den 1. FC Bocholt - inklusive der 28 Minuten Spielunterbrechung wegen eines Gewitters und Elfmeterschießen. Daher stand Regeneration ganz oben auf dem Trainingsplan. Freitag machen wir komplett frei. Ich glaube nicht, dass die Müdigkeit am Finaltag eine Rolle spielen wird. Die Vorfreude auf dieses vielleicht einmalige Erlebnis wird zusätzliche Kräfte freisetzen.“

 

Christian Neidhart über…

…das Endspiel nach nur vier Wochen Vorbereitungszeit: „Es ist schon ungewöhnlich, auch für mich persönlich, dass wir mit einem Titelgewinn in die Saison starten können. Wenn wir es schaffen, würde das ohne Zweifel sofort Kräfte freisetzen für den weiteren Saisonverlauf. Wir sind uns darüber bewusst, dass uns Kleve alles abverlangen wird. Das haben unsere Testspiele gegen Oberligisten und auch das 2:0 im Halbfinale bei Oberligist TVD Velbert gezeigt. Wir sind gegen Kleve als Regionalligist erneut der Favorit. Die meisten erwarten, dass wir den Pokal nach Essen holen. Wichtig ist daher, dass wir die Herausforderung seriös angehen.“

…den Stand der Vorbereitung: „Wegen der langen Pflichtspiel-Pause war es eine außergewöhnliche Vorbereitung. Sie war bei uns zunächst auf das Halbfinalspiel beim TVD Velbert ausgerichtet. Unsere Mannschaft ist gut drauf. Dennoch wird am Samstag keine der beiden Teams schon auf Top-Level sein. Dafür reichen die vier Wochen Vorbereitung nicht aus.“

…Kleve und das fast leere Final-Stadion: „Wir haben den 1. FC Kleve im Laufe der Vorbereitung beobachtet und uns auch das Video vom Halbfinalspiel gegen Bocholt besorgt. Wir stecken mitten in der Fein-Analyse. Leere Stadien kenne ich bereits aus der 3. Liga als Trainer des SV Meppen während der Corona-Zeit. Gewöhnen werde ich mich nie daran. Als Fußballer freust du dich, wenn möglichst viele im Stadion sind. Vielleicht sind die leeren Tribünen am Samstag jedoch ausnahmsweise ein Vorteil für uns. Denn in solchen Duellen zieht gerade auch der Außenseiter zusätzliche Motivation aus einem vollen Stadion.

Hier weitere Fotos von den beiden Halbfinalspielen in Kleve und Velbert

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