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Kreis Kleve/Geldern

Kreisligist Fortuna Keppeln sammelt für die Deutsche Kinderkrebsstiftung

Spieler des Vereins aus Uedem starteten eine starke Aktion, um Geld für den Kampf gegen Krebs zusammenzubekommen - Mannschaftsstrafen inklusive.
27. Juli 2021 Herrenfußball | Kleve / GeldernText: Heiko Buschmann
Kreisligist Fortuna Keppeln sammelt für die Deutsche Kinderkrebsstiftung
Bildquelle: Fortuna Keppeln
Voller Einsatz für den guten Zweck: Fortuna Keppeln aus Uedem sammelt für die Kinderkrebsstiftung.

Die Coronakrise hat bei vielen Menschen das kreative Potenzial geweckt und an ebenso vielen Stellen für einen beispielhaften Zusammenhalt gesorgt. Ob sportliche Wettbewerbe im heimischen Wohnzimmer, Einkaufshilfe für Senioren oder Einsätze als freiwillige Helfer im Impfzentrum: Auch die Fußballer trotzten der langen Zeit des Lockdowns mit immer neuen Aktionen. So auch Fortuna Keppeln aus dem Fußballkreis Kleve/Geldern, aber das auf eine ganz andere Weise.

„Auch wenn sich gerade alles um das Coronavirus dreht, dürfen wir nicht genervt sein und die vergessen, denen es auch ohne das Coronavirus schlecht geht“, schrieb der Verein aus Uedem am Niederrhein vor einiger Zeit auf seiner Homepage. Die Solidarbotschaft richtete sich an vor allem junge Menschen, die nicht unter COVID-19 zu leiden haben, sondern an einer Krankheit, die uns schon viel länger beschäftigt und gegen die es leider keinen Impfstoff gibt: Krebs.

„Kinder, die leider an Krebs erkrankt sind, haben es noch viel schwerer als wir alle derzeit. Aus diesem Grund hat sich die zweite Mannschaft des Fußballvereins Fortuna Keppeln 1931 e.V. vorgenommen, diesen Kindern zu helfen“, heißt es weiter auf der Internetseite Klubs.

Christian Wozny und Michael Tilch heißen die guten Seelen hinter der Aktion. Beide spielen in der zweiten Mannschaft des C-Ligisten aus Uedem. Sie holten zunächst Lennart Aymans ins Boot. Er kickt in der ersten Mannschaft, ebenfalls in der Kreisliga C am Ball, und ist als Medienbeauftragter der Fortuna gut vernetzt. „Wir haben das Thema am Anfang der coronabedingten Spielpause ab dem 1. November letzten Jahres besprochen“, schildert Lennart Aymans das Vorgehen. Christian Wozny ergänzt: „Wir haben uns überlegt, was wir machen können. Hintergrund war auch, dass der Sohn eines ehemaligen Spielers von uns letztes Jahr leider an Leukämie erkrankt und auch daran verstorben ist.“

Lennart Aymans setzte einen Bericht auf die Website der Fortuna, verbreitete den Eintrag über Facebook und telefonierte die Mitglieder im Verein auf ihre Bereitschaft ab, das Vorhaben zu unterstützen. Außerdem holte Lennart Aymans einen Partner ins Boot, der mit einem passenden Stück Textil die Spendenaktion am besten anschieben konnte: Christof Dammers von “Intersport Dammers” aus Kleve. Der sponserte den Keppelnern einen Trikotsatz, ein weiterer Gönner, Peter Brinkmann von Folienlösungen Brinkmann aus Bedburg-Hau, sorgte für die entsprechende Beflockung.

Das Keppelner Trikot mit dem bunten Logo der Kinderkrebsstiftung.
(Foto: Fortuna Keppeln)

Nun steht „Deutsche Kinderkrebsstiftung“ auf den Trikots der zweiten Mannschaft von Fortuna Keppeln, selbstverständlich kauften die Spieler die Shirts zum regulären Preis, damit für die Kinderkrebsstiftung auch eine anständige Summe zusammenkommt. „Wir haben uns zunächst 2.000 Euro zum Ziel gesetzt“, berichtet Lennart Aymans.

Das Ziel wurde schon übertroffen, aktuell beträgt der Spendenstand 2.945 Euro (Stand vom 27. Juli). Dies auch, weil die erste Mannschaft sofort mitmachte und die Mannschaftskasse für den guten Zweck zur Verfügung stellte. Die übliche Abschlussfahrt nach „Malle“ wurde wegen Corona ohnehin früh abgesagt, das Geld fließt nun statt in Form von Bier durch durstige Kehlen am „Ballermann“ an die Deutsche Kinderkrebsstiftung. „Bis November wollen wir 3.500 Euro zusammen haben und die Summe dann der Deutschen Kinderkrebsstiftung überreichen“, kündigt Lennart Aymans an.

Bis dahin hagelt es Strafen: fürs Zuspätkommen beim Training, wenn ein Spieler auf dem Platz eine Karte kassiert oder wenn ein Tor fällt, egal auf welcher Seite. Alles wird scharf sanktioniert, um schließlich jeden Euro an die in Bonn ansässige gemeinnützige Einrichtung weiterzugeben. „Und wenn es nur ein Euro ist, weil einer die Schuhe nicht geputzt hat. Das läppert sich hoffentlich“, meint Lennart Aymans.

Endlich sind ja auch in Keppeln die Kicker auf den Platz am Kirchfeld zurückgekehrt. Seit Anfang Juni wird wieder trainiert, zunächst kontaktfrei, doch inzwischen wieder mit 25 Mann und unter fast normalen Bedingungen. „Wir waren so froh, endlich wieder Fußball spielen zu können“, erzählt Lennart Aymans. „Die Trainingsbeteiligung war dementsprechend hoch.“

Anfang Juli hatte die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Nun hoffen sie in Keppeln, dass möglichst alle Mitglieder wieder kommen und die Sportangebote des Vereins annehmen. In der Coronazeit lag der Betrieb nun einmal lange still, für die Mitgliedsbeiträge konnte die Fortuna monatelang keine Gegenleistung anbieten. Im Nachwuchsbereich haben sie in dem 1.800-Einwohner-Dorf längst Spielgemeinschaften mit anderen kleinen Amateurklubs in Uedem und Louisendorf gebildet.

Die Initiatoren um Christian Wozny, Michael Tilch und Lennart Aymans überlegen schon, wer für die gute Sache noch in Frage käme. So sprechen sie zum Beispiel ihre Arbeitgeber an, ob die Mitarbeiter dort bereit wären, vom monatlichen Gehalt die beiden Stellen hinter dem Komma auf Null zu stellen und diese Centbeträge ebenfalls an die Deutsche Kinderkrebsstiftung zu spenden.

Auch die Eltern der gemeinsamen Jugendteams sollen möglichst mit ins Boot geholt werden. Je mehr Geld für die gute Sache reinkommt, desto besser. Und auf dem Dorf am Niederrhein hält man ja eh traditionell zusammen. Als letztens ein heftiges Unwetter über die Region herzog und Starkregen Straßen und Keller von Wohnhäusern volllaufen ließ, packten alle mit an, selbstverständlich auch die Fußballer der Fortuna.

Für den guten Zweck wird auch die sportliche Rivalität zum Uedemer SV vergessen. Bald soll es ein Freundschaftsspiel zwischen den beiden Nachbarn geben. Eintrittsgelder, Verkäufe durch Würstchen und Bier auf dem Sportplatz, Spenden der örtlichen Unternehmen und in der Sammelbüchse sollen dann einen weiteren schönen Betrag für die Deutsche Kinderkrebsstiftung ergeben.
 

Wichtig: Wer ebenfalls spenden möchte, kann das hier gerne tun!


 

Dieser Text ist am 1. Juli zuerst hier auf FUSSBALL.DE erschienen.

 

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