Finaltag der Amateure

Faktencheck zum Niederrheinpokal-Endspiel: "Ente" mit Klever Wurzeln - 10. Titel für RWE?

RWE-Legende Willi Lippens spielt in seiner Jugend für den 1. FC Kleve. Essen am Sonntag bereits zum 14. Mal im Endspiel, Kleve zum ersten Mal. Bielefeld wartet.
21. August 2020 Herrenfußball | Wichtige MitteilungText: Thomas Palapies-Ziehn
Faktencheck zum Niederrheinpokal-Endspiel:
Bildquelle: Nico Herbertz, Imago Images/Collage: FVN
Bild oben links: RWE-Legende Willi "Ente" Lippens (auf dem Foto rechts/mit dem FVN-Verbandsfußballausschuss-Vorsitzenden Wolfgang Jades) hat für beide Finalisten gespielt und loste in dieser Saison auch schon eine Niederrheinpokalrunde aus. Bild unten rechts: Das Endspiel wird im Stadion Essen entschieden.

Im Stadion Essen stehen sich am Samstag, 22. August, ab 14.45 Uhr im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ (live in der ARD und im Livestream bei sportschau.de) Regionalligist Rot-Weiss Essen und Oberligist 1. FC Kleve im Endspiel des Niederrheinpokals gegenüber. FVN.de hat einige Fakten zum Finale zusammengestellt.

Finale daheim für RWE: Dass das Finale im Stadion Essen stattfindet, hatte das Präsidium des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) bereits vor den Halbfinalpartien beschlossen, nachdem sich der Verband zuvor mit der Stadt Essen hinsichtlich der Stadionnutzung geeinigt hatte. Das Stadion Essen war als einziger Bewerber im Bewerbungsverfahren für den Final-Standort verblieben, da die übrigen Halbfinalisten - insbesondere mit Blick auf die aktuell erforderlichen, umfangreichen (Corona-)Maßnahmen - von einer Bewerbung Abstand genommen hatten. Nun geht als Gastgeber mit Heimrecht ins Endspiel.

Weg ins Finale: Gleich mehrere hohe Siege fuhr Rot-Weiss Essen auf dem Weg in das Endspiel ein. In Runde eins gelang ein 5:0 gegen den Landesligisten SV Genc Osman Duisburg. Danach gewannen die Essener 2:1 gegen Drittligist und Titelverteidiger KFC Uerdingen. Im Achtel- und Viertelfinale erzielte RWE gegen die Essener Nachbarn SpVg Schonnebeck (Oberliga/9:0) und SV Burgaltendorf (Landesliga/9:1) jeweils neun Treffer. Am vergangenen Mittwoch zog RWE dank eines 2:0 beim Oberligisten TVD Velbert in das Finale ein. Der 1. FC Kleve hatte es in der ersten Runde mit Bezirksligist TuB Bocholt (2:0) zu tun, anschließend fuhr der 1. FCK Siege bei den Landesligisten MSV Düsseldorf (2:1) und SC Kapellen-Erft (3:2 nach Verlängerung) ein. Ins Halbfinale zog Kleve mit einem 4:1 beim Oberliga-Konkurrenten TSV Meerbusch ein, die Final-Teilnahme wurde mit einem 4:3 nach Elfmeterschießen (0:0 nach Verlängerung) gegen den Oberligisten 1. FC Bocholt perfekt gemacht. Dabei ließ sich Kleve auch von einer 28-minütigen Gewitterunterbrechung nicht aus der Ruhe bringen.

Jubiläums- oder Premieren-Titel: Egal, wer den Pokal mit nach Hause nehmen darf: Schon jetzt steht fest, dass es ein ganz besonderer Titelgewinn sein wird. Rekordsieger Rot-Weiss Essen kann den Niederrheinpokal bereits zum zehnten Mal gewinnen. Den ersten Triumph landete der ehemalige Bundesligist 1993, es folgten Finalsiege in den Jahren 1995, 2002, 2004, 2008, 2011, 2012, 2015 und 2016. Zum insgesamt 14. Mal hat RWE in dieser Saison das Finale erreicht. Der 1. FC Kleve steht dagegen zum ersten Mal im Endspiel - und will gleich im ersten Anlauf den großen Coup landen. Der neue Niederrheinpokalsieger folgt auf den KFC Uerdingen, der sich im Finale 2019 gegen den Wuppertaler SV (2:1) behauptete. In dieser Saison war bereits in Runde zwei Endstation. Beim Finalisten Rot-Weiss Essen gab es ein 1:2.

TV-Übertragung: Das Niederrheinpokal-Endspiel findet im Rahmen des fünften „Finaltags der Amateure“ statt. Fast alle anderen Landespokal-Endspiele gehen ebenfalls am Samstag, 22. August, über die Bühne und werden live im Fernsehen in einer fünfeinhalbstündigen Konferenzschaltung von der ARD übertragen. Die ARD startet ihre Livekonferenz um 14:30 Uhr. Ab 14:45 Uhr gehen die ersten acht Spiele über die Bühne, darunter das Niederrheinpokal-Finale zwischen Rot-Weiss Essen und dem 1. FC Kleve. Die weiteren Anstoßzeiten sind 16:45 Uhr und 17:45 Uhr.

RWE-Legende mit Klever Wurzeln: Eine RWE-Legende dürfte das Niederrheinpokal-Finale zwischen Rot-Weiss Essen und dem 1. FC Kleve mit besonders großem Interesse verfolgen. Willi „Ente“ Lippens (74) wuchs in Kleve auf und spielte in seiner Jugend für den VfB Kleve, einem der Vorgängervereine des 1. FCK. Im Jahr 1965 schloss sich der Offensivspieler RWE an - und erzielte bei 327 Einsätzen nicht weniger als 186 Tore. Doch nicht nur seine Treffsicherheit machte Lippens bekannt. Der ehemalige niederländische Nationalspieler (ein Einsatz) ist nie um einen guten Spruch verlegen. Unvergessen: Als er einmal von einem Schiedsrichter mit den Worten „Herr Lippens, ich verwarne Ihnen“ verwarnt wurde, antwortete er: „Herr Schiedsrichter, ich danke Sie“. Das zog einen Feldverweis und eine zweiwöchige Sperre nach sich. Sein Restaurant in Bottrop nannte Lippens in Anlehnung an diesen Dialog „Ich danke Sie“.

„Brillanter“ Spielball: Mit einem Ball auf Bundesliga-Niveau wird das Finale um den Niederrheinpokal gespielt. Von FVN-Partner Derbystar aus Goch kommt das Modell („Bundesliga Brillant APS“), mit dem auch in der kommenden Bundesliga-Saison 2020/2021 gekickt wird.

Bielefeld wartet: Im Gegensatz zu den Jahren zuvor weiß der Niederrheinpokalsieger durch die corona-bedingte Verlegung des „Finaltags der Amateure“ bereits, gegen wen er in der ersten DFB-Pokalhauptrunde antreten wird. Auf den Gewinner des Niederrheinpokals wartet am Wochenende 12./13. September 2020 ein Duell mit Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld. Rot-Weiss Essen und Bielefeld standen sich im DFB-Pokal bereits zweimal gegenüber. Im Jahr 1977 gewann RWE im Achtelfinale 2:0, vor drei Jahren (2017) setzte sich die Arminia in der ersten Runde durch (7:6 nach Elfmeterschießen).

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