Vereinsdialog

Vereinsdialog: Projekt "Wiederaufbau" beim SV Wickrathberg gelungen

Mönchengladbacher Verein legt bemerkenswerte Entwicklung hin und blickt positiv voraus.
20. Dezember 2019 Verbandsmeldungen | Mönchengladbach / ViersenText: Aljoscha Franzen
Vereinsdialog: Projekt
Bildquelle: FVN
Vereinsdialog beim SV Wickrathberg: Für den FVN waren neben der Kreisvorsitzenden Yvonne Cremer (links) auch Vizepräsident Jürgen Kreyer (rechts) und Robert Baues (3.v.r./Geschäftsführer der Sportschule Wedau) dabei. Mit dem SVW-Vorsitzenden Sascha Horn (2.v.r.) und seinem Team gab es interessante Gespräche.

Mit dieser positiven Entwicklung war vor einigen Jahren kaum zu rechnen: Als Sascha Horn 2013 das Amt des ersten Vorsitzenden des SV Wickrathberg übernommen hatte, stand er vor der Mammutaufgabe, den kleinen Mönchengladbacher Fußballverein wieder aufzubauen: Ein Verein, der zum damaligen Zeitpunkt nicht einmal eine Mannschaft für den Spielbetrieb angemeldet hatte.

Im Vereinsdialog mit einer Delegation des Fußballverbandes Niederrhein mit dem Vizepräsidenten Jürgen Kreyer, dem stellvertretenden Geschäftsführer Robert Baues, Yvonne Cremer (Vorsitzende des Kreises Mönchengladbach-Viersen) sowie dem Masterplan Koordinator Aljoscha Franzen berichtete Sascha Horn von seiner Arbeit in den letzten Jahren - und auch von den vielen Hürden.

Zunächst war es dem Klub aus Wickrathberg gelungen, ehemalige Spieler als Mitstreiter zu gewinnen und so ein kleines Vorstandsteam aufzubauen. Eine der ersten Aufgaben der neuen Führungsspitze war es, eine funktionierende Infrastruktur zu schaffen. Gemeinsam mit dem benachbarten Fußballverein Blau-Weiss Wickrathhahn bemühte man sich um eine geeignete Sportanlage. Im nahegelegenen Mönchengladbacher Stadtteil Beckrath fanden die Verantwortlichen eine geeignete Fläche für den Bau eines modernen Kunstrasenplatzes. Nachdem es beiden Vereinen gelungen war, den nötigen Eigenanteil für Platzbau aufzubringen, war die Freude über die Eröffnung im Jahr 2015 riesig.

Beim Rundgang über den Fußballplatz an der Beckrather Straße 67 im Rahmen des Vereinsdialogs wurden den Gästen vom FVN jedoch schnell einige Schwierigkeiten vor Augen geführt. So stehen den Vereinen unter anderem keine eigenen Sportkabinen zu Verfügung. Umziehen müssen sich die Spieler in der benachbarten Sporthalle, die ebenfalls von mehreren Sportgruppen und der Feuerwehr genutzt wird. Bei Veranstaltungen, wie etwa der Beckrather Kirmes, ist der Parkplatz der Anlage und die Sporthalle blockiert, weshalb der Verein seine Spiele nicht auf der Anlage austragen kann und die Spiele verschieben bzw. ausfallen lassen muss. Gegen eine neue Bestimmung der Stadt, nach der man nur noch bis 21.00 Uhr auf der Anlage trainieren darf, legt der Verein aktuell Protest ein.

Dass die örtlichen Begebenheiten nicht optimal sind, erlebte auch die FVN-Delegation beim Vereinsdialog, der in der Sporthalle begonnen hatte. Dann musste aber Platz für eine Volleyball-Mannschaft gemacht werden. Eine ruhige Gesprächsatmosphäre wäre nicht mehr möglich gewesen. Der Vereinsdialog und die konstruktiven Gespräche wurden kurzerhand in einer Umkleidekabine fortgesetzt.

Da Räumlichkeiten für ein Vereinsheim nicht zur Verfügung stehen, hat der SV Wickrathberg in Eigenregie einen kleinen Stand auf der Anlage gebaut, um seinen Mitgliedern zumindest Getränke und Snacks anbieten zu können.

Der Vereinsdialog hatte zunächst in einer Turnhalle begonnen.

Trotz der Widrigkeiten gelang es dem SV Wickrathberg in der aktuellen Saison, vier Mannschaften für den Spielbetrieb anzumelden. Besonders stolz ist das Vorstandsteam dabei auf die Bambini- und F-Jugend-Mannschaft, die laut Sascha Horn "eine wichtige Basis für den Wiederaufbau der Jugendabteilung bilden".

Um die Mannschaftsentwicklung voranzutreiben, engagiert sich der SVW bei verschiedenen Veranstaltungen im Raum Mönchengladbach, um Werbung in eigener Sache zu machen. Ebenso sucht man den ständigen Austausch mit den Vereinen in der näheren Umgebung.

Zwischen den benachbarten Beckrather Vereine und den Klubs Wickrathberg herrsche allerdings eine Konkurrenzsituation, weshalb Sascha Horn versucht, das Miteinander auch auf dieser Ebene aktiv zu verbessern. Ein Ansatz dafür sind die örtlichen "Elefantenrunden", bei denen die Vereine an einem Tisch sitzen, um sich auszutauschen. "Lieber frühzeitig kommunizieren, bevor Schwierigkeiten entstehen", erklärt Horn.

Das große Engagement von Sascha Horn - vor allem sein Talent für den Umgang von Vereinen untereinander - ist dem FVN-Kreis Mönchengladbach-Viersen nicht entgangen. Sacha Horn ist DFB-Ehrenamtspreissieger und er übernahm im April 2019 die Funktion des Kreisehrenamtsbeauftragten.

Mit dem SV Wickarthberg blickt Sascha Horn positiv in die Zukunft. Das unterstreicht auch FVN-Vizepräsident Jürgen Kreyer der überzeugt ist, dass der SVW die ersten wichtigen Schritte schon gemeistert habe. "Wenn an der aktuellen Philosophie und dem engagierten Team festgehalten wird, kann sich beim SV Wickrathberg in den kommenden Jahren einiges entwickeln", so Kreyer. Das Projekt "Wiederaufbau" ist schließlich schon einmal geglückt.