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Mädchenfußball

Ziffus und Ebels: Bei den Juniorinnen des MSV Duisburg spielen gleich zweimal Drillinge

Duisburgs Drillinge: Marie, Pia und Jule Ziffus kicken in der U 15, Fiona, Gina und Maya Ebels in der U 17 der "Zebras" - unser Interview mit den sechs Talenten.
12. Januar 2021 Frauenfußball | Duisburg / Mülheim / DinslakenText: Heiko Buschmann
Ziffus und Ebels: Bei den Juniorinnen des MSV Duisburg spielen gleich zweimal Drillinge
Bildquelle: privat/Verein - Collage: FVN
Die beiden Drillingstrios in der Jugendabteilung des MSV Duisburg: (von links) Marie, Pia und Jule Ziffus sowie Maya, Fiona und Gina Ebels.

Bei den Juniorinnen des MSV Duisburg besteht Verwechslungsgefahr! Marie, Jule und Pia Ziffus (alle 13 Jahre alt) spielen in der U 15, Fiona, Gina und Maya Ebels (alle 16) in der U 17. Die Ziffus- und Ebels-Sisters sind Drillinge, allerdings sehen sich tatsächlich nur zwei von ihnen so richtig ähnlich. Wir haben sie gefragt, wie sie das Spiel für sich entdeckt haben und welche Ziele sie im Fußball haben.

Wer kam zuerst auf die Welt und seid Ihr eineiig?

Pia Ziffus: Marie kam als erste auf die Welt, das war am 14. Mai 2007 um 10.13 Uhr. Jule und ich kamen dann im Minutentakt hinterher. Marie und Jule sind auch eineiig und haben braune Haare, ich bin blond.

Fiona Ebels: Ich bin die älteste, danach kamen Gina und Maya. Da wir dreieiig sind, kann man uns gut auseinanderhalten.

Wie kann man die eineiigen Drillingen von Euch untereinander unterscheiden?

Marie Ziffus: Jule hatte früher einen Pony, während ich die Haare gleichmäßig lang hatte. Als Kinder hatten wir aber häufig auch die gleichen Klamotten an, und wenn dann noch die Frisur ähnlich war, dann war es natürlich für andere schwierig, uns auseinanderzuhalten.

Auf dem Platz auch? Oder lasst Ihr Euch auch schon mal etwas einfallen, um Eure Gegnerinnen durcheinander zu bringen?

Jule Ziffus: Da wir verschiedene Positionen spielen, kann man uns am besten daran erkennen. Marie ist rechte Verteidigerin, Pia spielt hinten links und ich weiter vorne, meistens auf dem rechten Flügel.

Marie Ziffus: Beim Schwimmen, als wir das Seepferdchen gemacht haben, ist Jule mal für mich nach den Ringen getaucht, weil ich das nicht so gut konnte (lacht).

Die Ebels-Drillinge haben auch bereits gemeinsam bei Borussia Mönchengladbach gespielt. (Foto: privat)

Seid Ihr beste Freundinnen oder gibt es unter Geschwistern auch Konkurrenz, zum Beispiel auch, wer die Beste im Fußball ist?

Jule Ziffus: Klar sind wir unzertrennlich, trotzdem will man die Beste sein. Das ist ja nicht nur unter Geschwistern so. Wir versuchen uns immer gegenseitig zu pushen und sind alle sehr ehrgeizig, uns immer weiter zu verbessern.

Gina Ebels: Konkurrenz würde ich das nicht nennen, sondern wir versuchen uns immer gegenseitig zu pushen und das Beste aus uns herauszuholen. Da wir auf ganz verschiedenen Positionen spielen, können wir uns gut Tipps untereinander geben. Fiona ist ja Torhüterin, Maya spielt im Sturm oder im rechten Mittelfeld und ich auf der Zehn.

Habt Ihr abseits des Fußballs die selben Interessen und geht Ihr auch gemeinsam zur Schule?

Jule Ziffus: Ja, wir hatten immer die selben Interessen und auch denselben Freundeskreis. Im Kindergarten waren wir noch immer zusammen in einer Gruppe und in der Grundschule auch alle drei in derselben Klasse. Jetzt nicht mehr, das ist auch sehr ungewohnt, aber manche Kurse haben wir zusammen.

Gina Ebels: Ja, wir machen fast alles gemeinsam und haben auch denselben Freundeskreis. In der Schule waren wir bis einschließlich der sechs in einer Klasse, seitdem haben wir zumindest einige Kurse zusammen.

Jule, Pia und Marie Ziffus im Kindesalter. (Foto: privat)

Wie seid Ihr überhaupt zum Fußball gekommen?

Pia Ziffus: Durch unseren Opa. Er hat schon mit uns im Garten gekickt, als wir gerade laufen konnten und je älter wir wurden, umso häufiger haben wir den Ball rausgeholt. Mit fünf Jahren haben uns unsere Eltern dann bei Preußen Vluyn angemeldet, da gab es schon eine reine Mädchenmannschaft.

Marie Ziffus: Wir haben auch andere Dinge ausprobiert, waren beim Ballett und beim Flötenunterricht in der Musikschule. Fußball spielen hat uns aber immer mit Abstand am besten gefallen, also sind wir dabei geblieben.

Maya Ebels: Unser Vater ist Gladbach-Fan, von daher war bei uns zu Hause Fußball immer ein Thema. Wir haben schon im Kindergarten angefangen, zu kicken. Maya war dann die erste, die im Verein angemeldet wurde, das war in der F-Jugend beim ASV Süchteln. Wir haben zu der Zeit auch noch Leichtathletik gemacht und waren beim Ballett. Am Wochenende waren wir immer auf dem Platz und haben bei Mayas Spielen zugeguckt. Das wurde uns aber schnell langweilig und wir wollten auch in den Verein.

Fiona Ebels: Von den Jungs wollte natürlich keiner ins Tor, also habe ich gesagt, ich mache das. Das war wohl nicht so schlecht, jedenfalls bin ich Keeperin geblieben (lacht).

Wie ging es dann weiter?

Gina Ebels: Als wir 10 waren, sind wir in die U 13 von Borussia Mönchengladbach gewechselt. Bis dahin haben wir in Süchteln mit Jungs in einer Mannschaft gespielt, das war sehr gut für unsere Entwicklung. Ich bin zum Beispiel in Gladbach mit 13 schon zur U 15 hochgezogen worden und mit 14 zur U 17 – und auch schon zu Lehrgängen der Niederrhein-Auswahl und des DFB eingeladen worden.

Warum der Wechsel von Mönchengladbach nach Duisburg?

Maya Ebels: Wir haben dort die bessere Perspektive gesehen. Klar ist Borussia insgesamt der größere Verein, aber im Frauenfußball ist der MSV vorn. Die erste Mannschaft spielt ja in der Bundesliga, Mönchengladbach hingegen in der zweiten Liga. Fiona und ich sind daher Anfang 2019 nach Duisburg gewechselt und Gina kam dann ein halbes Jahr später nach.

Gina Ebels: Von uns zu Hause in Viersen bis nach Duisburg ist es zwar weiter als nach Mönchengladbach, aber unsere Mutter fährt uns immer zum Training, dafür sind wir ihr sehr dankbar.

Fiona Ebels: Wir trainieren aber bei uns in der Nähe auch noch weiterhin bei den Jungs im Verein mit, vorher war das bei Concordia Viersen. Jetzt sind wir – neben dem Training beim MSV – noch zweimal in der Woche noch in der U 17 von Union Nettetal am Ball.

Die Ebels-Drillinge in des Trikots des ASV Süchteln. (Foto: privat)

Und wie ist der MSV auf Euch, die Ziffus-Drillinge, aufmerksam geworden?

Pia Ziffus: Der MSV hat uns vor zweieinhalb Jahren zu einem Probetraining eingeladen. Das hat uns super gefallen, deswegen wollten wir das sehr gerne machen. Anfragen gab es schon vorher vom MSV, aber da waren wir noch zu jung, um zu wechseln. Nun muss unsere Mutter uns halt immer zum Training fahren (lacht).

Wie schwer fällt es Euch, schon so lange auf Fußball zu verzichten? 

Jule Ziffus: Wir vermissen das Training auf dem Platz mit unseren Freundinnen im Team sehr. Unsere Trainerin hat uns zwar Übungen für zu Hause mitgegeben und wir gehen draußen laufen oder aufs Laufband bei uns im Keller, aber das ist natürlich etwas anderes. Einmal in der Woche haben wir immerhin ein Meeting, bei dem wir online miteinander trainieren. Ansonsten gehen wir ganz oft in den Garten und bolzen da.

Welche Ziele habt Ihr mit dem MSV und im Fußball generell – und wer sind Eure Vorbilder?

Alle Ziffus-Drillinge: Wir möchten gerne später mit dem MSV in der Bundesliga spielen und Nationalspielerinnen werden.

Jule Ziffus: Früher war der Opa mein Vorbild, jetzt ist es Alexandra Popp.

Alle Ebels-Drillinge: Wir möchten gerne in der ersten Mannschaft des MSV spielen und hoffen, dass sie in der ersten Bundesliga bleibt. Sich dort mit den besten Fußballerinnen Deutschlands zu messen, wäre super.

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