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Fair Play

Fair Play-Geste der Saison 2020/2021 im FVN durch Kreisligaspieler Raphael Piffko

Der 27-jährige Stürmer des 1. FC Kleve III hatte zugegeben, einen unberechtigten Elfmeter erhalten zu haben. Auszeichnung in Wuppertal.
6. August 2021 Verbandsmeldungen | Wichtige MitteilungText: Thomas Palapies-Ziehn
Fair Play-Geste der Saison 2020/2021 im FVN durch Kreisligaspieler Raphael Piffko
Bildquelle: FVN
Beim DFB-Pokalspiel in Wuppertal zeichnete FVN-Präsidiumsmitglied Edgar Borgmann (r.) den Preisträger Raphael Piffko aus.

Foul, Pfiff, Strafstoß: So läuft es Wochenende für Wochenende auf tausenden von Fußballplätzen. Die meisten Elfmeter sind berechtigt, einige stark umstritten, wenige unberechtigt. Bei der Kreisliga B-Partie am Niederrhein zwischen dem 1. FC Kleve III und dem SSV Reichswalde im September 2020 passierte etwas Außergewöhnliches.

Der Klever Spieler Raphael Piffko war zwar zu Fall gekommen und ein Strafstoß gepfiffen worden. Er gab dem Schiedsrichter gegenüber aber anschließend zu, lediglich gestolpert zu sein. Der Schiri nahm seine Elfmeter-Entscheidung daraufhin zurück. Raphael Piffko erhielt daher nun die Auszeichnung für die Fair Play-Geste der Saison 2020/2021 im Fußballverband Niederrhein (FVN).

Die dritte Mannschaft des Oberligisten 1. FC Kleve hatte die Partie gegen Reichswalde mit einem 8:0-Kantersieg für sich entschieden. Das schmälert die Entscheidung von Raphael Piffko in keiner Weise. Im Gegenteil: Der 27-jährige Angreifer aus Kalkar hatte seinen Stolperer im Strafraum beim Stand von gerade einmal 1:0 zugegeben.

An die Situation vor rund zehn Monaten kann sich Linksfuß Raphael Piffko immer noch ganz genau erinnern: „Ich bin auf das Tor zugelaufen, mein Gegenspieler war dicht hinter mir. Als ich schießen wollte, haben sich meine Beine ‚verknotet‘ und ich traf mit meinem linken Fuß meine rechte Hacke. Nur dadurch bin ich zu Fall gekommen.“

Unmittelbar nach dem Sturz von Raphael Piffko ertönte nun allerdings der Elfmeterpfiff. „Mein Gegenspieler hat sofort gesagt: ‚Komm, das war nichts‘“, erinnert sich Piffko, der im Hauptberuf als Maurer tätig ist. „Alles ist sehr ruhig und unaufgeregt abgelaufen. Schiedsrichter Harald Czesnik kam dann zu mir und fragte noch einmal nach der Situation. Ich habe ihm von meinem Stolperer berichtet und der Elfmeter wurde daraufhin zurückgenommen.“

Einige Zuschauer und die Spieler aus Reichswalde applaudierten. Auch von Raphael Piffkos Mannschaftskollegen gab es kein böses Wort. „Hätten wir das Spiel verloren, hätte ich mir in der Kabine vielleicht einiges anhören müssen“, lacht der Stürmer. „Aber ich bin nun einmal eine ehrliche Haut und würde mich jedes Mal wieder so entscheiden.“

Dem Spiel zwischen Kleve III und Reichswalde drückte Raphael Piffko noch aus anderen Gründen den Stempel auf. Kurz nach Anpfiff hatte der Angreifer (3.) das 1:0 erzielt, nach der Situation rund um den zurückgenommenen Strafstoß traf er zum 2:0 (45.). In der zweiten Hälfte schraubte Kleve das Ergebnis auf 8:0 in die Höhe.

Dass Schiedsrichter Herbert Czesnik einen Fair Play-Eintrag im Spielbericht vermerkte, bekam Raphael Piffko erst im Nachhinein mit. „Es hat mich gefreut, damit war das Thema für mich aber abgehakt. Dass daraus eine Auszeichnung resultieren würde, daran hatte ich niemals gedacht.“

Umso größer ist jetzt die Freude über die Auszeichnung für die Fair Play-Geste der Saison, die Raphael Piffko im Rahmen des DFB-Pokalspiels zwischen dem Wuppertaler SV und dem VfL Bochum (7. August) von Edgar Borgmann (Mitglied des FVN-Präsidiums und Vorsitzender des Fußballkreises Kleve/Geldern) unter großem Applaus verliehen bekam. „Für mich ist das mehr als eine Auszeichnung“, so Piffko stolz. „Der Fußball soll Menschen verbinden und ich finde, dass Ehrlichkeit einfach dazugehört.“

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