Herrenfußball

ETB Schwarz-Weiß Essen mit 9:1-Kantersieg zum Klassenerhalt

Oberliga Niederrhein, 33. Spieltag: SC West kann Abstieg nicht verhindern und muss in die Landesliga
3. Juni 2019 HerrenfußballText: FVN
ETB Schwarz-Weiß Essen mit 9:1-Kantersieg zum Klassenerhalt
Bildquelle: Getty Images
Drei Tore für ETB SW Essen: Stürmer Marvin Ellmann (hier im Trikot von RW Essen).

Die Oberliga Niederrhein ist die höchste vom Fußballverband Niederrhein (FVN) organisierte Spielklasse. Die 18 Teams dieser fünften Liga kämpfen gegen den Abstieg in zwei Landesligen und um den Aufstieg in die Regionalliga West - hier der Lagebericht nach dem 34. Spieltag am 1./2. Juni.

Im Dreikampf um den Klassenerhalt in der Oberliga Niederrhein hat es am letzten Spieltag den SC West erwischt. Die Düsseldorfer müssen nach einer 1:3-Heimniederlage - ausgerechnet gegen den Stadtnachbarn TuRU - den Gang in die Landesliga antreten. Die Rettung hingegen durften der SC Nettetal (0:0 beim Aufsteiger Homberg) und Schwarz-Weiß Essen (9:1-Kantersieg gegen Absteiger Speldorf) feiern.

Die Ausgangslage vor dem Showdown war klar: Der ETB hatte als Tabellen-15. mit 40 Punkten und damit einem Zähler weniger als der SC West sowie zwei Punkten Rückstand auf den SC Nettetal den Verbleib in der Oberliga Niederrhein nicht mehr in der eigenen Hand und somit die vermeintlich die schlechtesten Karten. Allerdings stand für die Truppe vom Uhlenkrug auch die vom Papier her leichteste Aufgabe auf dem Programm: Ein Heimspiel gegen den schon abgestiegenen VfB Speldorf. Der ETB erfüllte seine Pflicht mit einem 9:1-Schützenfest gegen die Mülheimer. Torjäger und Ex-Rot-Weiss Essen-Spieler Marvin Ellmann (drei Treffer), Athanasios Tsourakis und Malek Fakhro (je zwei) sowie Alessandro Tomasello und Julian Kray durften etwas für das schwarz-weiße Torkonto tun, sogar den Treffer für die Gäste aus Speldorf markierte ein Essener: Max James Haubus traf in den eigenen Kasten. „Unser Plan ist voll aufgegangen“, freute sich der Sportliche Leiter Karl Weiß im Gespräch mit RevierSport und fügte an: „Jetzt müssen wir zusehen, dass wir es in der nächsten Saison besser machen als in dieser Serie. So ein Jahr wollen wir hier nicht mehr sehen.“

Die vermeintlich höchste Hürde hatte Union Nettetal beim künftigen Viertligisten VfB Homberg zu überspringen. Auch nach dem längst vollbrachten Aufstieg in die Regionalliga ließ sich die Truppe vom Rheindeich keineswegs gehen. Gegen den souveränen Meister der nun abgelaufenen Saison schaffte Aufsteiger Nettetal ein 0:0, doch das achtbare Ergebnis beim Klassenprimus hätte nicht gereicht, wenn nicht der SC West auf dem letzten Meter gepatzt hätte. „Der Jubel nach dem Abpfiff hat gezeigt, unter welchem Druck wir standen. Immer wieder mussten wir auf die Ergebnisse der anderen Partien schauen“, gab Unions Trainer Andreas Schwan zu Protokoll und betonte: „Gleichzeitig schicken wir einen Dank an die Mannschaft von TuRU Düsseldorf, die sich gegen den SC Düsseldorf-West noch einmal zerrissen hat.“

Betretene Mienen hingegen beherrschten das Bild an der Schorlemer Straße in Oberkassel. Im Düsseldorfer Derby hatte der SC West den „Lucky Punch“ vor seinen Füßen - und vergab. Christopher Krämer brachte die seit zwei Wochen gerettete TuRU mit einem Doppelpack (21./46.) in Führung, ehe kurz vor Schluss Milan Senic mit seinem 1:2-Anschlusstreffer den SC noch einmal hoffen ließ. Es war allerdings nur ein kurzer Griff zum Strohhalm, denn Antonio Munoz-Bonilla stellte in der Nachspielzeit auf 3:1 für TuRU - eine Revanche für die Oberbilker, die zuvor sechs Derbys in Folge gegen den Düsseldorfer Stadtnachbarn verloren hatten. „Die Statistik war zwar vor meiner Zeit, jedoch in den Köpfen der Spieler verankert. Sie wollten den Fluch beenden“, erklärte TuRU-Coach Samir Sisic.

Auf der anderen Seite mischte sich bei den Westlern in die Enttäuschung über den Abstieg in die Landesliga trotzdem ein wenig Stolz auf die vollbrachte Leistung in dieser Serie hinein. „Mit 41 Punkten abzusteigen, ist einfach Wahnsinn. Im Fußball ist einfach nichts planbar. Ich bin stolz auf die Jungs, aber gegen TuRU hat die letzte Überzeugung gefehlt“, meinte West-Trainer Ranisav Jovanovic. Das Hinspiel in Oberbilk hatten seine Jungs noch mit 5:1 für sich entschieden. Es war damals die vierte Partie in Folge ohne Niederlage, nachdem „Rani“ das Ruder beim SCW übernommen hatte. Entscheidend wirkten sich jedoch drei Niederlagen in den letzten vier Saisonspielen aus.

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