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DFB-Bundesjugendtag

DFB-Bundesjugendtag mit eindringlichem Appell und Forderungen

Unter anderem fordert der DFB-Bundesjugendtag, der in der Sportschule Wedau in Duisburg stattfand, mehr Sport an den Schulen.
22. Januar 2022 DFB | Wichtige MitteilungText: DFB
DFB-Bundesjugendtag mit eindringlichem Appell und Forderungen
Bildquelle: FVN

Mehr Sportunterricht an Schulen! Mehr Bewegung in Deutschland! Mehr Anerkennung für den Breitensport und seine Ehrenamtlichen! Mehr Rechte für Kinder und Jugendliche! Weniger Bürokratie für die Vereine in der Nachwuchsarbeit! Keine Sportverbote mehr! Der DFB-Bundesjugendtag 2022 hat sich mit eindringlichen Appellen und klaren Forderungen an Politik, Gesellschaft und alle weiteren Interessensgruppen gerichtet, die für den Sport und den Fußball relevant sind.

Ronny Zimmermann, zuständiger DFB-Vizepräsident für den Kinder- und Jugendfußball, erklärt: "Die Corona-Pandemie hat uns mehr denn je gezeigt, wie wichtig Sport und Bewegung sind, wie viel uns sonst fehlt, welche Probleme entstehen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Leider haben wir durch den monatelangen Lockdown aber auch gesehen, welch geringe Bedeutung der Breitensport an entscheidenden Stellen genießt. Das muss sich ändern. Grundlegend. Schule spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wir müssen Kindern und Jugendlichen täglich Spiel und Sport anbieten, um sie in Bewegung zu bringen und dafür nachhaltig zu begeistern. Das Sportangebot an Schulen ist unbedingt auszubauen. Auch die Sportvereine müssen ihre Chancen nutzen und sich als wichtige Partner der Schulen verstehen. Der Nachwuchs ist lange genug vernachlässigt worden, es ist nun höchste Zeit zum Umdenken. Es gilt, gemeinsam die Kräfte zu bündeln und wichtige Bereiche in Gesellschaft, Politik und Sport zu sensibilisieren. Klar ist auch: Es darf keine generellen Sportverbote für Kinder und Jugendliche mehr geben. Gerade der Freiluftsport hat nach allen vorliegenden Erkenntnissen nie ein pandemisches Risiko dargestellt."

Im Rahmen des DFB-Bundesjugendtages in der Sportschule Wedau in Duisburg wurde ein Positionspapier zum Schulsport vorgestellt, das unter den rund 50 Teilnehmer/innen breite Zustimmung fand. Darin wird unter anderem das besondere Potenzial des Fußballs betont, der als weltweit beliebteste Sportart sowie dank seines einfachen Regelwerks und damit niedrigschwelligen Zugangs einen hohen Aufforderungscharakter für Kinder bietet. Hinzu kommt das verbindende Element des Sports mit seinen integrativen Effekten, da ein Interagieren und gemeinsames Spielen hier auch ohne gemeinsame Sprache möglich ist.

Die Pandemie hat das Sport- und Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland stark beeinflusst. Monatelang war das organisierte Sporttreiben in Vereinen untersagt, ähnlich wie der Sport an Schulen. Hier möchte der DFB ansetzen und eine Diskussion über den Stellenwert des Sports speziell für Kinder und Jugendliche in Gang bringen. Dabei geht es nicht um Leistungsförderung und Talentsichtung. Es spielen ausschließlich breitensportliche Aspekte eine Rolle. Tatsache ist: Kinder und Jugendliche brauchen für eine gesunde Entwicklung ausreichend körperliche Aktivität. Bewegungsarmut schädigt die gesamte Gesellschaft.

Der DFB-Bundesjugendtag fordert vor diesem Hintergrund einstimmig mehr Sport an den Schulen, sowohl im Unterricht als durch den Ausbau von gemeinsamen Angeboten mit den örtlichen Sportvereinen. Erforderlich ist in diesem Zuge, dass Sportlehrkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung vermehrt Möglichkeiten erhalten, sportpraktische Erfahrungen zu sammeln. Vor allem in der Grundschule ist der Anteil fachfremd erteilten Sportunterrichts relativ hoch. Ziel muss sein, die Bewegungskompetenzen der Sportlehrer*innen in der Fläche zu erhöhen.

Neben dem Schulsport tritt der DFB-Bundesjugendtag für eine generelle Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. Eine Forderung lautet, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Passend dazu hat der DFB-Bundesjugendtag die Zentralverwaltung des Deutschen Fußball-Bundes beauftragt, dem Aktionsbündnis Kinderrechte beizutreten.

An die Bundesregierung richtet sich der Appell, die Nachwuchsarbeit in Vereinen zu entbürokratisieren. Förderungen der öffentlichen Hand für Vereinsjugendarbeit sind an viele formale Vorgaben und Richtlinien gebunden, dennoch sind die Fördersätze häufig gering. So verzichten viele ehrenamtliche Vereinsvertreter*innen lieber darauf, Gelder für Jugendfußballprojekte beim Kreis, der Kommune oder anderen Trägern zu beantragen. Förderungswürdige Ideen für den Jugendfußball landen so oftmals in der Schublade und können nicht umgesetzt werden. Zum Teil lässt sich auch beobachten, dass Vereine in nicht unerheblichem Maße in Vorleistung treten müssen, bevor sie eine Förderung erhalten. Dies stellt für viele Vereine ein Problem dar.

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