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Corona-Krise

#WekickCorona: 5.000 Euro für die "Wunderfinder" in Dinslaken

Schnelle Hilfe für 150 Bedürftige: Die wohltätige Organisation "Wunderfinder e.V." aus Dinslaken profitiert von der Profisportler-Initiative #WekickCorona.
29. März 2020 AllgemeinText: Heiko Buschmann, FVN
#WekickCorona: 5.000 Euro für die
Bildquelle: wekickcorona.com
Auch Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach beteiligt sich bei der Aktion #WekickCorona.

Mit ihrer Initiative #WekickCorona haben die beiden deutschen Nationalspieler Leon Goretzka und Joshua Kimmich eine Welle der Hilfsbereitschaft unter Fußballern ausgelöst. Mehr als 3,5 Millionen Euro (Stand: 29. März) sind inzwischen auf das Konto der wohltätigen Organisation in Zeiten der Pandemie geflossen, auch Lars Stindl und Christoph von Borussia Mönchengladbach oder der gebürtige Oberhausener Max Meyer (derzeit bei Crystal Palace) beteiligen sich daran. Einer der karitativen Einrichtungen, die von dem Geld der inzwischen mehr als 30 Profisportler profitieren, sind sind die "Wunderfinder" in Dinslaken.

Vor drei Jahren gründete sich der Verein, um mit seinen inzwischen gut 70 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern vor allem Obdachlose, aber auch andere Bedürftige in der Stadt mit Kleiderspenden und anderen lebensnotwendigen Dingen zu unterstützen. Ludger Krey, Vorsitzender der "Wunderfinder" sowie früher Stürmer und heute Sponsor beim Oberhausener Amateurklub SpVgg Sterkrade-Nord, freut sich über die schnelle Hilfe durch die Stars.

FVN.de: Herr Krey, wie kamen Sie auf die Idee, sich bei "We kick Corona" um eine Spende für Wunderfinder e.V. zu bewerben?

Ludger Krey: Ich habe von der Aktion in der Zeitung gelesen und fand das richtig gut. Leon Goretzka und Joshua Kimmich sind Kämpfertypen, die auf dem Platz mit Einsatz vorangehen. Von daher denke ich, dass sie von ihrer Einstellung und ihrem Charakter her gute Vorbilder sind und nicht von ungefähr eine solche Hilfsaktion ins Leben gerufen haben. Sie wissen, dass sich manche Fans das Geld für eine Eintrittskarte vom Mund absparen müssen, und wollen so nun etwas zurückgeben.

Wann und wie haben Sie Kontakt zu "We kick Corona" aufgenommen?

Krey: Das war am vergangenen Montag (23. März; Anmerkung der Redaktion). Ich habe das Kontaktformular auf der Homepage von "We kick Corona" ausgefüllt und wurde schon einen Tag später angerufen. Dann habe ich erklärt, was wir bei "Wunderfinder" machen, und schon am Donnerstag (26. März; Anmerkung der Redaktion) war das Geld auf unserem Konto - 5.000 Euro. Das ist wirklich stark!

Wofür verwenden Sie die Summe?

Krey: Da die Tafel in Dinslaken im Moment wegen Corona nicht, wie gewohnt, Lebensmittel an Bedürftige aushändigen kann, sind wir am Freitag mit einer Sonderausgabe eingesprungen. Normalerweise helfen wir den Obdachlosen vor allem mit Kleidung, aber in diesen Zeiten ist die Gruppe der Bedürftigen viel größer. Dazu zählen zum Beispiel Alleinerziehende mit Kindern, die im Moment mehr Geld für Lebensmittel aufbringen müssen, weil die Schulen und die Kindergärten geschlossen haben.

Die Unterstützung der #WekickCorona-Initiative können die Dinslakener gut gebrauchen. (Foto: Wunderkinder e.V.)

Wie viele bedürftige Menschen konnten und können Sie aktuell versorgen?

Krey: Wir hatten gut 50 Bedürftige, die wir bei der Lebensmittel- oder Kleiderausgabe direkt versorgt haben. Die Kinder dazu gerechnet, sind es etwa 140, 150. Wir rechnen acht bis zehn Euro pro Person, so dass wir mit den 5.000 Euro von "We kick Corona" nach der ersten Aktion am Freitag noch zwei weiteren Sonderausgaben finanzieren können.

Wie haben Sie den Einkauf für 150 Personen bewältigt?

Krey: Das ist vor allem in dieser Zeit nicht so einfach. Auch wir können ja jetzt nicht einfach so in den Supemarkt oder zum Discounter gehen und sagen: Wir sind ein wohltätiger Verein, wir brauchen von den und den Waren so und so viel. Zum Beispiel waren wir in der Metro, aber auch dort haben wir nur ein Paket Toilettenpapier, was ja im Moment besonders begehrt ist, bekommen. Außerdem habe ich Kontakt zu Aldi Süd gesucht, um im Vorfeld abzuklären, ob sie uns eine Palette Cornflakes oder einen ganzen Karton Toast oder Aufbackbrötchen zur Abholung bereitstellen können.

Der Niederrhein lebt von der Landwirtschaft: Haben Sie auch an die örtlichen Bauern gedacht?

Krey: Ja, das haben wir getan. Wir haben uns gesagt: Jetzt haben wir das Geld, das wollen wir auch an die Erzeuger hier in der Region geben. Kartoffeln und Äpfel haben wir also zum Beispiel auf einem Hof in Hünxe gekauft, denn die Landwirte erleben im Moment genau so schwere Zeiten wie viele andere Selbstständige.

Wenn die 5.000 Euro von "We kick Corona" verbraucht sind: Werden Sie sich noch einmal bei der Initiative von Leon Goretzka und Joshua Kimmich bewerben?

Krey: Wenn das möglich ist, werden wir das natürlich gerne machen. Zum Glück haben wir aber auch in der örtlichen Wirtschaft hier viele tolle Unterstützer wie den "Lions Club", die "Rotarier" oder den "Inner Wheels Club", die uns mit Spenden helfen. Aber nicht nur als Fußballer hätte ich nichts dagegen, wenn uns "We kick Corona" noch einmal mit einer gewissen Summe unterstützen würde.

Zur Homepage der "Wunderfinder" Dinslaken


 

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