Vereinsdialog

Vorsitzender Althoff nach Vereinsdialog: "Ist nicht selbstverständlich"

FVN-Besuch mit Präsident Peter Frymuth kommt beim Landesligisten bestens an.
31. August 2019 AllgemeinText: Aljoscha Franzen
Vorsitzender Althoff nach Vereinsdialog:
Bildquelle: Aljoscha Franzen
Gruppenfoto mit FVN-Präsident Peter Frymuth (7.v.l.) und FVN-Geschäftsführer Ralf Gawlack (links).

„Uns ist es egal, ob der Verein in der Oberliga, Landesliga, Bezirksliga oder Kreisliga spielt: Für uns ist entscheidend, wie sich die Vereine für ihre Mitglieder einsetzen und welche Angebote sie schaffen. Dabei wollen wir sie unterstützen“, erklärte FVN-Präsident Peter Frymuth im Röntgen-Stadion des FC Remscheid zum Start des Vereinsdialogs.

Bei herrlichem Sommerwetter führte Lars Althoff, der 1. Vorsitzende der Remscheider, die Gäste vom Fußballverband Niederrhein durch das altehrwürdige Stadion an der Wupperstraße. Ein Rundgang, der in Zukunft wohl nicht mehr möglich sein wird. Das Stadion des ehemaligen Zweitligisten FC Remscheid (früher BV 08 Lüttringhausen) fasste einst bis zu 10.000 Zuschauer und soll nun von der Stadt Remscheid abgerissen werden. Zwar ist der Glanz der glorreichen Tage etwas verblasst und der eine oder andere Teil des Stadions renovierungsbedürftig. Trotzdem ist das Röntgen-Stadion weiterhin die Heimat des traditionsreichen Landesligisten.

Der Plan der Stadt: Das Stadion soll neuen Bauprojekten weichen. Die erste Mannschaft des FCR soll - wie bereits alle anderen Mannschaften des Vereins - auf den knapp vier Kilometer entfernten Jahnplatz umziehen. Es handelt sich dabei um eine städtische Anlage, die zwar einen Kunstrasenplatz bietet, aber unter Denkmalschutz steht: Eine Problematik, die es dem FCR nicht erlaubt, ein eigenes Vereinsheim, Sitzplätze, Überdachungen für die Zuschauer oder ausreichend Toiletten für die Gäste zu bauen. Beschwerden der Nachbarschaft über Lärmbelästigung und Bälle die über die Fangzäune fliegen, belasten die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins. Sicherlich keine geeigneten Rahmenbedingungen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen des Vereins, die grade in dem Engagement für die Kinder und Jugendlichen eingeschränkt werden.

Ein weiterer Vorschlag der Stadt Remscheid, dass die Senioren-Mannschaften (insgesamt vier) ihre Spiele auf der Anlage der SG Hackenberg austragen können, stößt auf nur wenig Gegenliebe der Verantwortlichen des FCR. Denn aktuell steht dort nur ein Aschenplatz zur Verfügung. Die Sportanalage soll zwar mit Kunstrasenplätzen ausgestattet werden, doch wann die Umbaumaßnahmen beginnen, weiß aktuell niemand. Außerdem wäre der FC Remscheid auch auf dem Platz in Hackenberg nur Gast und müsste sich auf der fremden Anlage in erster Linie nach dem Heimatverein richten. Der SG Hackenberg benötigt mir seinen mehr als zehn Mannschaften ebenfalls Trainings- und Spielzeiten und würde durch den zusätzlichen Nachbarn in der eigenen Vereinsentwicklung gehemmt. Hier scheint eine Lösung angestrebt zu werden, die beiden Vereinen mehr schadet als nützt.

Also eine schwierige Situation für den FC Remscheid, der mit dem Vereinsdialog vor allem die Unterstützung des Verbandes bei der Kommunikation mit der Stadt anfragt. FVN-Präsident Peter Frymuth will dieser Bitte gerne nachkommen.

Nach dem Rundgang über die aktuelle Platzanlage des FCR und einem kurzen Interview mit dem Remscheider Stadtfernsehen wurde der Dialog im Vereinsheim des FC Remscheid fortgesetzt. In einer intensiven Gesprächsrunde wurde über alle Themen des Amateurfußballs am Niederrhein offen geredet und diskutiert.

Zwar dominierte das Thema der ungewissen Platzzukunft den Abend, jedoch freuten sich die Vereinsvertreter auch, viele andere Fragen im persönlichen Gespräch stellen zu können.

So war die Digitalisierung und die Vereinfachung der Arbeitsläufe besonders für FCR-Geschäftsführer Thorsten Greuling und Jugendgeschäftsführer Uwe Müller ein wichtiges Thema. Während man die Neuerungen von PassOnline, SpielberichtOnline oder bei der Angabe der Trikotwerbung sehr begrüßte, konnten die Vereinsverantwortlichen den Verbandsvertretern auch neue Anregungen mitgeben: Vorschläge, die der FVN gerne mit aufnimmt, da man das Thema Digitalisierung in den kommenden Jahre ohnehin als Schwerpunkt angeht.

Die alternativen Fußballangebote, die im Fußballverband Niederrhein immer mehr Einzug erhalten, stießen auch beim FC Remscheid auf großes Interesse. Während E-Soccer für die Vereine eine Gelegenheit ist, gerade die jungen Mitglieder stärker an den Verein zu binden, könnte Walking Football genau das bei den Alten Herren schaffen. Die neue, freiwillige Spielform Funino im Bambini und F-Jugendbereich soll dagegen bei der Ausbildung der Jüngsten helfen. Der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses, Carsten Balke, brachte dem Verein das Konzept näher und bot bei Interesse Unterstützung an.

Ein besonders starkes Zeichen setzt der FC Remscheid jährlich mit dem Signalspiel „Muteinander“ gegen Rassismus und Gewalt, erklärte Thorsten Greuling - nicht ohne Stolz - den Gästen. Solche Projekte sind wichtig für den Fußball und das Miteinander auf den Sportplätzen.

Intensive, interessante und vor allem offene Gespräche prägten den Vereinsdialog beim FC Remscheid. Bei allen Teilnehmern fand das Format großen Anklang. „Vielen Dank im Namen des gesamten Vereins. Der Vereinsdialog war hervorragend. Die Zeit, die sich für uns genommen wurde, das ist nicht selbstverständlich“, lobte Lars Althoff.

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