Oberliga Niederrhein

Neu in der Oberliga Niederrhein: "Fahrstuhl-Team" SSVg Velbert peilt direkten Wiederaufstieg an

Am ersten Spieltag kommt es am Sonntag, 16. August, zum Aufeinandertreffen mit Mitabsteiger Wuppertaler SV.
10. August 2026 Herrenfußball | GlobalText: MSPW
Neu in der Oberliga Niederrhein:
Bildquelle: Imago Images

Nach dem Abstieg aus der Regionalliga West bereitet sich die SSVg Velbert bereits seit Ende Juni akribisch auf die bevorstehenden Saison 2026/2027 in der Oberliga Niederrhein vor. Die Verantwortlichen der Sport- und Spielvereinigung haben im niederbergischen Velbert die Voraussetzungen geschaffen, damit das "Fahrstuhl-Team" der letzten Jahre möglichst zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren den Aufstieg in die vierthöchste Spielklasse schaffen kann.

Seit der Einführung der Regionalliga West 2012/2013 war die SSVg Velbert in fünf Spielzeiten jeweils dabei, musste jedoch bis auf eine Saison immer sofort wieder den Gang in die Oberliga antreten. 2025 gelang der direkte Wiederaufstieg, dieses Kunststück soll nun nach Möglichkeit in der neuen Spielzeit wiederholt werden.

Als Cheftrainer steht Bogdan Komorowski seit dem 15. Oktober 2025 bei der SSVg Velbert auf der Kommandobrücke. Der 40-Jährige reiht sich in das "Who is Who" von prominenten Persönlichkeiten ein, die bereits in der Vergangenheit ihre Spuren in der Velberter Arena hinterlassen hatten. So waren die ehemalige Bundesligaprofis Hans-Günter Bruns (Borussia Mönchengladbach, FC Schalke 04), Markus Feldhoff, Marek Lesniak (beide Bayer 04 Leverkusen) oder Frank Schulz (VfL Bochum, Eintracht Frankfurt) nach ihren Fußballer-Karrieren bereits in gleicher Funktion bei der SSVg Velbert tätig.

Aber zurück zur Gegenwart: Die Verantwortlichen waren trotz des Abstiegs mit der Arbeit von Cheftrainer Bogdan Komorowski zufrieden, verlängerten den Vertrag ligaunabhängig bis zum 30. Juni 2027. Kurz vor dem brisanten Derby zum Saisonstart am Sonntag, 16. August, ab 15 Uhr gegen den Mitabsteiger Wuppertaler SV wechselte jedoch Co-Trainer Niklas Bonnekessel die Seiten und schloss sich dem ehemaligen Bundesligisten an. Velberts Fußball-Boss Oliver Kuhn, der seit fast 30 Jahren die Geschicke des Vereins leitet, konnte die vakante Position jedoch mit Ferdi Gülenc schnell neu besetzen. Zuletzt war Gülenc rund zweieinhalb Jahre als Cheftrainer des Landesligisten FC Remscheid tätig. In der Saison 202420/25 verpasste seine Mannschaft den Aufstieg in die Oberliga nur knapp.

Mit einer veränderten Kader-Konstellation nimmt die SSVg Velbert nun die "Mission" direkter Wiederaufstieg in Angriff. "Im Kern haben wir die meisten Stammspieler gehalten", ist Komorowski mit der Zusammenstellung des Kaders zufrieden. So wurde der Vertrag mit Offensivspieler Timo Böhm (21) verlängert. Mit Kapitän Tristan Duschke (29) hat der Verein eine zentrale Säule der Defensive weiter an sich gebunden. "Nach überstandenen Kreuzbandriss ist der Innenverteidiger wieder voll belastbar", sagt Komorowski.

Die SSVg setzt in der neuen Saison aber auch auf junge, hungrige Spieler: So hat man Mittelfeldspieler Tom Behle (18), der zuvor Kapitän der U 19 bei ETB Schwarz-Weiß Essen war, für sich gewinnen können. Auch Angreifer Noah Bouassaria (19/Ratingen 04/19) und Marlon Brill (18/Rot-Weiß Oberhausen) waren Spielführer in ihren U 19-Mannschaften. Für das Mittelfeld wurde mit Ege Varol (19/Rot-Weiß Oberhausen) ein weiteres hoffnungsvolles Talent verpflichtet.

Darüber hinaus wurde der Kader aber auch mit gestandenen Spielern ergänzt, die bereits über Oberliga-Erfahrung verfügen. Mittelfeldspieler Julio Torrens wurde beim 1. FC Mönchengladbach ausgebildet, machte beim FC Wegberg-Beeck erste Schritte im Seniorenbereich und stieg mit dem Mittelrheinlisten in die Regionalliga West auf. Zuletzt stand Torrens beim Ligakonkurrenten SC St. Tönis unter Vertrag.

Mit Luca Köbele hat die SSVg auch ihr letztes Puzzlestück für den Defensivbereich gefunden. "Für uns ein absoluter Glücksfall, dass Luca zu uns gestoßen ist", sagt Trainer Komorowski. Der 26-Jährige bringt mit 188 Partien für den Südwest-Regionalligisten Bahlinger SC reichlich Erfahrung und Führungsqualitäten mit. Aufgrund seines Studiums und neuer beruflicher Perspektiven hat Köbele seinen Lebensmittelpunkt nach Köln verlegt.

Während der Vorbereitung hatten die Velberter ganz bewusst Testspiele gegen starke Gegner vereinbart. So konnte man unter anderem gegen den Drittligisten Fortuna Köln (0:4), Komorowskis Ex-Klub, weitere wichtige Erkenntnisse sammeln. "Wir freuen uns nun aber, dass es endlich wieder losgeht", fiebert Cheftrainer Komorowski dem Start entgegen. Ein weiteres Highlight vor dem Ligastartschuss folgt noch am Mittwoch (12. August) mit dem Testspiel gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, bevor sich der Wuppertaler SV zum Derby in Velbert vorstellt. "Das Stadion wird rappelvoll sein und wir wollen möglichst mit einem positiven Ergebnis in die Saison starten", kündigt Chefcoach Komorowski an.

Das Auftaktprogramm für den Regionalliga-Absteiger ist mit den Partien gegen den WSV, beim ETB Schwarz-Weiß Essen und zu Hause gegen die SpVg Schonnebeck ambitioniert. "Danach wissen wir, wo wir stehen", so Komorowski.



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