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Masterplan Amateurfußball

FVN-Ehrenamtlerin Christiane Weidemann: "Am besten eine App für alles"

Funktionärin von BW Fuhlenbrock aus dem Kreis Oberhausen/Bottrop war bei DFB-Workshop zum Thema Digitalisierung im Amateurfußball dabei.
26. Januar 2020 AllgemeinText: DFB/FVN
FVN-Ehrenamtlerin Christiane Weidemann:
Bildquelle: DFB
Christiane Weidemann (3. Reihe, 3. von links) war für den FVN beim DFB-Workshop zum Thema Digitalisierung im Amateurfußball in Frankfurt dabei.

Wie wichtig ist die Digitalisierung für die Zukunft des Amateurfußballs? Extrem wichtig! Da war sich der 3. DFB-Amateurfußball-Kongress vergangenes Jahr mit seinen Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus mehr als 200 Amateurvereinen einig. Von den 17 Handlungsempfehlungen, die am Ende des Kongresses am höchsten priorisiert wurden, drehen sich acht um den Bereich Digitalisierung. Zur Vertiefung ist nun der nächste Workshop mit Vertretern und Vertreterinnen von der Basis in der DFB-Zentrale in Frankfurt durchgeführt worden.

Rund 30 engagierte Ehrenamtler aus Amateurklubs widmeten sich im Austausch mit hauptamtlichen Mitarbeitern aus den Fachbereichen des DFB den Schwerpunktthemen Teammanagement, Vereinsmanagement, digitales Vereinsleben sowie Wissens- und Kommunikationsmanagement. Dabei ging es um die Frage, wie diese Bereiche digital besser unterstützt werden können und welche Weiterentwicklungen nötig sind, um den Amateurfußball und seine Vereine für die Zukunft bestmöglich aufzustellen.

Beim Workshop zum Thema Digitalisierung wurde der FVN durch Christiane Weidemann (SV BW Fuhlenbrock) aus dem Kreis Oberhausen/Bottrop vertreten. Zu den Themen, die in Frankfurt angegangen wurden, gehörte vor allem das DFBnet. Die Kritik einiger Teilnehmer: Die Bereiche sind stellenweise zu wenig miteinander verzahnt. Verbandsübergreifende Abfragen sind zum Beispiel kaum möglich. Manchmal benötigt man innerhalb des DFBnets dann auch noch verschiedene Zugangsdaten. „Wünschenswert wäre es, wenn es irgendwann einmal eine App für alles geben würde“, sagt Weidemannn. „Die Daten liegen ja vor. Man müsste sie aber zusammenfassen.

Dass der DFB die Workshop-Plattform anbietet, um solche Probleme anzugehen, bewertet Christiane Weidemann positiv. „Alle können ihre Ideen einbringen. Das ist nicht nur hochinteressant, sondern auch sehr ergiebig.“
 

Masterplan Amateurfußball: Darum geht's

Der Masterplan 2024 ist ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Vereinsqualität und der Stabilisierung des Vereinsfußballs. Kernziel der Zukunftsstrategie Amateurfußball ist es, das weltweit einzigartige, bundesweit flächendeckende Netz von Fußballvereinen und Vereinen mit Fußballangeboten zu erhalten und zu stärken. Die Erarbeitung des Masterplans durch die Steuerungsgruppe Amateurfußball folgt den Empfehlungen des 3. Amateurfußball-Kongresses 2019 und setzt auf eine enge Einbindung der Basis.

"Wir wollen es in den Vereinen einfacher haben und Ressourcen sparen, da spielt die Digitalisierung eine große Rolle"


Formuliert sind acht Teilziele:

1. Gewinnung, Bindung und Entwicklung von Spielerinnen und Spielern
2. Erhöhung der Zahl der Mannschaften im Spielbetrieb und den Vereinen
3. Gewinnung, Bindung, Aus- und Weiterbildung von Trainerinnen und Trainern
4. Gewinnung, Bindung, Aus- und Weiterbildung von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern
5. Gewinnung, Bindung, Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in den Vereinen
6. Verbesserter Zugang zu moderner Sportinfrastruktur
7. Optimierung der Ressourcen für Vereine
8. Gewinnung und Bindung von passiven Mitgliedern und Zuschauern/-innen


Die Erarbeitung der Maßnahmen für den Masterplan 2024 folgt drei Grundsätzen:

1. Jede Maßnahme muss mindestens ein Teilziel mittelbar oder unmittelbar positiv beeinflussen.
2. Die Umsetzung neuer Maßnahmen muss mit der Vereinsebene überprüft werden und auf Basis der Ergebnisse und Rückmeldungen angepasst werden.
3. Die Begleitung jeder Maßnahme durch die Verbands- und/oder Kreisebene muss sichergestellt sein.


So geht es mit dem Masterplan weiter

Der DFB-Bundestag 2019 hat per Beschluss einen verbindlichen Rahmen für die Umsetzung des Masterplans durch alle 21 Landesverbände in den Jahren 2020 bis 2025 gesetzt. Den konkretisierten Masterplan Amateurfußball soll der DFB-Vorstand Ende April nach Empfehlung der Konferenz der Verbandsvorsitzenden beschließen. In diesem Zuge sollen im Laufe des Jahres 2020 folgende Pilotprojekte gestartet werden:

• Club 2024 (Vereinsberatungsmaßnahme)
• Vereinsmanager C-Lizenz
• Kindertrainerqualifizierung
• DFB-JUNIOR-MANAGER
• Mentoring-Programm für DFB-JUNIOR-COACH
• DFB-JUNIOR-REFEREE
• Lokale Schiedsrichter-Werbemaßnahmen
• Zertifikate für Staffelleiter

Die Pilotprojekte werden in verschiedenen Landesverbänden durchgeführt und getestet, um sie auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und – bei positivem Ergebnis – anschließend bundesweit auszurollen.


Das sagen andere Workshop-Teilnehmer

Damir Svalina (Schatzmeister KUSV Zrinski Waiblingen, Württemberg): "Es ist richtig und wichtig, dass die Verbände das Thema Amateurfußball richtig angehen. Wir wollen schneller und besser werden. Und: Wir wollen es in den Vereinen einfacher haben und Ressourcen sparen, da spielt die Digitalisierung eine große Rolle. Das Format mit den Workshops ist super. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und wie es weitergeht."

Reimund Meffert (Vizepräsident FC Saalfeld, Thüringen): "Gut, dass es überhaupt so etwas wie den Masterplan Amateurfußball gibt. Das Einbeziehen der praktischen Perspektive in den Vereinen und die Reflexion mit der Basis machen absolut Sinn. Natürlich ist die Aufgabe ultrakomplex. Entscheidend ist, dass nun eine Roadmap breit kommuniziert wird und konkrete Maßnahmen in die Umsetzung kommen. Für mich ist dabei klar: Im Bereich Digitalisierung brauchen wir keine fünf Apps nebeneinander für die Vereine. Der App-Kannibalismus ist kontraproduktiv." 


 

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