Normalerweise läuft es im Fußball so: Ein Spieler tritt zum Elfmeter an und hat dann auch gute Chancen, ein Tor für seine Mannschaft zu erzielen. Aber was, wenn der Spieler gar nicht treffen will und absichtlich daneben schießt? Im Fall von Philipp Buckermann ist die Antwort einfach. Für seinen absichtlichen Fehlschuss wurde der Spieler von Blau-Weiß Bienen vom Fußballverband Niederrhein (FVN) mit einem ganz besonderen Preis für die Fair Play-Geste der Saison 2024/2025 ausgezeichnet,

Von FVN-Präsident Peter Frymuth und Präsidiumsmitglied Peter Koch bekam Philipp Buckermann am Samstag, 24. Januar, in der Sportschule Wedau des FVN eine Urkunde sowie einen Gutschein für den Besuch eines DFB-Länderspiels überreicht. Sein Verein darf sich außerdem über zehn Bälle und vier Mini-Tore freuen.
Der Grund für die Auszeichnung liegt mittlerweile schon ein wenig zurück. Im September 2024 war Blau-Weiß Bienen in der Kreisliga B (Kreis Rees-Bocholt/Gruppe 1) bei der zweiten Mannschaft von Westfalia Anholt zu Gast. Beim Stand von 1:1 wurde Bienen ein Elfmeter zugesprochen. Dann passierte etwas, was es im Fußball nicht mehr allzu häufig gibt. Mehrere Spieler von BW Bienen machten den Schiedsrichter darauf aufmerksam, dass der Elfmeterpfiff eine vermeintliche Fehlentscheidung war, doch der Schiri blieb dabei, der Strafstoß musste ausgeführt werden.
Dann die entscheidende Szene: Philipp Buckermann trat zum Elfmeter an - und schoss diesen mit Absicht weit daneben. Das Spiel endete 2:2. Anholt war nach dem absichtlich vergebenen Strafstoß 2:1 in Führung gegangen, in letzter Sekunde gelang Bienen noch der Ausgleich zum 2:2-Endstand. Möglicherweise hat die Elfmeter-Situation Bienen also zwei Punkte gekostet.
„Das stand in der Situation ganz sicher nicht im Vordergrund“, erinnert sich Philipp Buckermann noch genau. „Ich hatte den Pfiff des Schiedsrichters gehört und bin dann zu unserem Spieler, der vermeintlich gefoult worden war. Ich habe ihn gefragt, ob die Aktion elfmeterwürdig war, er verneinte das. Anschließend bin ich zum Schiedsrichter gegangen und habe ihn gebeten, den Strafstoß zurückzunehmen. Da das aber nicht regelkonform war, bin ich zum Punkt gegangen und habe rechts danebengeschossen.“

Einen - im Nachhinein – kuriosen Zwischenruf hat Philipp Buckermann bis heute nicht vergessen. „Ich weiß nicht genau, wer es gerufen hat, in jedem Fall habe ich deutlich gehört: ‚Warum machst du das? Du bekommst dafür eh keinen Preis!‘ Im Rückblick ist das schon ein wenig lustig“, lacht der Mittelfeld-Routinier.
FVN-Präsident Peter Frymuth lobte die Aktion des Bienener Spielers Philipp Buckermann. „Es handelt sich um eine bemerkenswerte Geste, die zeigt, dass es im Fußball eben nicht immer nur um das reine Ergebnis, sondern um sehr viel mehr geht“, so Peter Frymuth. „Dass wir regelmäßig die Beteiligten an solchen Aktionen prämieren, hilft dabei, Fair Play im Fußball ein Gesicht zu geben.“
Zunächst war Philipp Buckermann in der vergangenen Saison 2024/2025 für seine Fair Play-Aktion als Monatssieger ausgezeichnet geworden. Die FVN-Jury unter der Leitung von Vizepräsident Jürgen Kreyer kürte ihn später zum Jahressieger der Fair Play-Geste der Saison 2024/2025.
Zur Ehrung in der Sportschule Wedau wurde Philipp Buckermann von Sebastian Kemkes aus dem Vorstandsteam von BW Bienen sowie von seinem Mitspieler Lukas Reuyss begleitet. Im Anschluss stand noch - auf Einladung des FVN - ein Besuch des Drittliga-Spiels zwischen dem MSV Duisburg und dem SSV Jahn Regensburg (2:0) auf dem Programm.
Mehr Impressionen von der Ehrungsveranstaltung in der Sportschule Wedau


