Ehrenamt

"Alle sollen den Fußball unter bestmöglichen Bedingungen erleben dürfen"

Interview mit Yannick Wüst aus Krefeld, dem Landesehrenamtsbeauftragten des Fußballverbandes Niederrhein.
3. März 2026 Verbandsmeldungen | GlobalText: FVN
Bildquelle: Privat
Yannick Wüst im "Trikot" des FVN (links) und im Dress von Preussen Krefeld.

Spieler, Jugendtrainer, stellvertretender Jugendleiter, Vorstandmitglied, Landesehrenamtsbeauftragter, Kommissions-Vorsitzender: Über Langeweile kann sich Yannick Wüst aus Krefeld nur selten beschweren. Beim Maschinenbau-Ingenieur, der vor wenigen Tagen seinen 26. Geburtstag feierte, dreht sich ein Großteil der Freizeit um den Fußball. In seinem Heimatverein Preussen Krefeld liegt dem Anhänger von Borussia Mönchengladbach ganz besonders der Nachwuchs am Herzen. Beim Fußballverband Niederrhein (FVN) kümmert er sich als Landesehrenamtsbeauftragter und Vorsitzender der Kommission Ehrenamt um die Gewinnung und Erhaltung der Ehrenamtler. Wir haben mit Yannick Wüst gesprochen.

Sie sind Landesehrenamtsbeauftragter im Fußballverband Niederrhein (FVN). Was für Reaktionen ruft das hervor, Herr Wüst?

Yannick Wüst: In meinem Umfeld wissen vor allem die Leute aus dem Fußball-Bereich davon. Die Reaktionen waren bisher durchweg positiv.

Welche Pflichten und Privilegien sind mit dem Ehrenamt verbunden?

Yannick Wüst: Ich empfinde es als meine Pflicht, dabei zu unterstützen und zu helfen, dass alle den Fußball unter bestmöglichen Bedingungen erleben dürfen. Gleichzeitig sehe ich es als Privileg, vor allem Kinder und Jugendliche begleiten zu dürfen, zu entwickeln und ihnen etwas beizubringen.

Lassen Sie doch einmal Ihre ehrenamtliche Laufbahn Revue passieren?

Yannick Wüst: Vor mehr als 15 Jahren habe ich angefangen, bei Preussen Krefeld Fußball zu spielen - und ich spiele auch immer noch dort. Seit vier Jahren engagiere ich mich als Jugendtrainer. Zunächst habe ich bei der D-Jugend unterstützt, weil der damalige Trainer nicht mehr so viel Zeit hatte. Nach kurzer Zeit bin ich dann zum Cheftrainer aufgestiegen. Ich begleite meine Mannschaft seit dieser Zeit. Aktuell trainiere ich also eine B-Jugend und mein Ziel ist es, meine Mannschaft an den Seniorenbereich heranzuführen. Vor rund zwei Jahren habe ich mein Engagement im Verein erweitert, wurde stellvertretender Jugendleiter und Mitglied des Vorstands.

Wie sind Sie mit FVN und DFB in Berührung gekommen?

Yannick Wüst: Durch mein Engagement im Verein bin ich als „Fußballheld“ ausgezeichnet worden, habe also vom DFB den Ehrenamtspreis für junge Ehrenamtler bekommen. So wurde ich dann auch Mitglied des DFB-Junior-Teams und schließlich der DFB-Kommission Ehrenamt. Gleichzeitig wurde auch der Kontakt zum FVN intensiver, bei dem ich nun als Landesehrenamtsbeauftragter und Vorsitzender der neu gegründeten Kommission Ehrenamt tätig bin.

Yannick Wüst ist im FVN unter anderem Landesehrenamtsbeauftragter.

Gibt es einen Moment, der Ihnen besonders viel bedeutet?

Yannick Wüst: Die Ernennung zum „Fußballhelden“ war mit vielen besonderen Erlebnissen verbunden, die ich nie vergessen werde. Ich denke da zum Beispiel an die Barcelona-Reise und eine Trainingseinheit mit Hannes Wolf.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Zeit als Landesehrenamtsbeauftragter gesetzt?

Yannick Wüst: Ich habe ja bereits erzählt, dass ich gerne allen die Möglichkeit geben möchte, unter den bestmöglichen Bedingungen Fußball zu spielen. Und um diese Bedingungen zu schaffen, braucht es Ehrenamtliche. Ich will daran mitwirken, dass wir diese finden und an die richtigen Stellen bringen.

Wieviel Zeit pro Woche müssen Sie für das Ehrenamt einplanen?

Yannick Wüst: Es ist schwierig, das in Stunden zu erfassen. Ich würde sagen, dass meine Zeit ungefähr zu je einem Drittel auf Arbeit, Studium und Fußball entfällt. Dabei gibt es anstrengendere und weniger anstrengende Phasen. In jedem Fall ist mein Kalender nur extrem selten leer (lacht).

Gibt es auch Situationen, in denen Sie auch mal „keinen Bock“ haben?

Yannick Wüst: Es gibt selbstverständlich die stressigeren Tage, aber es macht trotzdem immer Spaß, mit den Menschen zu arbeiten. Es gibt vielleicht auch mal Tage, an denen das Wetter nicht so mitspielt. Aber solange die Anlage nicht gesperrt wird, geht es auf den Platz (lacht). Meine Motivation ist es, anderen Spaß zu bereiten. Daher ist es für mich niemals eine Option, dass ein Training ausfällt. Es findet sich immer eine Möglichkeit.

Das Ehrenamt hat leider Nachwuchsprobleme. Wie würden Sie jemanden überzeugen, sich ehrenamtlich im Amateurfußball zu engagieren?

Yannick Wüst: Als stellvertretender Jugendleiter habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass es durchaus schwierig ist, Trainer/innen zu finden. Ohne Ehrenamt funktioniert der Sport aber nicht. Ich hoffe daher, dass alle Aktiven und nicht mehr Aktiven einmal in ihrer Erinnerung kramen und dann feststellen, dass es während ihrer Laufbahn immer Trainer/innen gab, die für einen da waren. Hat man das erkannt, fällt es sicher leichter, sich ehrenamtlich zu engagieren. Aber es muss ja nicht unbedingt die Trainer-Position sein. Es gibt auch viele andere Funktionen im Verein und Verband, die den Spielbetrieb am Laufen halten und möglicherweise besser zu einem passen.


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