Futsal

Interview mit FVN-Cheftrainer Shahin Rassi: "Futsal ist ein geiler Sport"

Der 42-jährige Niederländer zieht nach etwas mehr als einem Jahr im Amt ein positives Zwischenfazit.
6. Dezember 2019 FutsalText: Thomas Palapies-Ziehn
Interview mit FVN-Cheftrainer Shahin Rassi:
Bildquelle: Henrik Lerch
Kümmern sich um die FVN-Futsaler: Chefcoach Shahin Rassi (links) und Co-Trainer Andrej Kornelsen.

Seit rund 13 Monaten ist Shahin Rassi (42) beim FVN Futsal-Cheftrainer. Gemeinsam mit seinem Assistenten Andrej Kornelsen kümmert sich der Niederländer unter anderem um den FVN-Kader für das DFB-Landesauswahlturnier, das demnächst wieder vom 3. bis zum 6. Januar in der Sportschule Wedau in Duisburg stattfindet. FVN.de hat sich mit Shahin Rassi über die vergangenen Monate und die Zukunft unterhalten.

FVN.de: Sie sind seit etwas mehr als einem Jahr Trainer der FVN-Futsal-Auswahl, Herr Rassi. Wie lautet Ihr Zwischenfazit?

Shahin Rassi: Wir sind im Oktober 2018 quasi bei Null gestartet, wir haben eine komplett neue Mannschaft aufgebaut, mit Andrej Kornelsen kam ein neuer Co-Trainer. Was wir daraus gemacht haben, ist absolut positiv. Dafür hat nicht zuletzt auch die Unterstützung durch die Verbandssportlehrer Gerd Bode und Arne Janssen gesorgt.

Wie beurteilen Sie die Bedingungen in der Sportschule Wedau?

Rassi: Besser geht es kaum. Wir haben mit der Futsal-Halle eine sehr besondere Trainingsmöglichkeit, die ihresgleichen sucht. In der Sportschule können wir bei Bedarf übernachten und haben extrem kurze Wege. Auch neue Trikots haben wir bekommen. Das sieht beim Training schon alles sehr professionell aus.

In welchen Bereichen gibt es noch etwas zu tun?

Rassi: Wir haben versucht, noch regelmäßiger zu trainieren. Normalerweise beginnt die Vorbereitung auf die Turniere im Winter im September/Oktober. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, mindestens einmal im Monat in die Halle zu gehen. Das ist uns auch fast gelungen. Dass wir unsere Mannschaft auch U 23-Länderpokalteam nennen, hat mit unserer selbst gesetzten Altersvorgabe zu tun. Wir haben nicht den kurzfristigen Erfolg, sondern die Gesamtentwicklung im Blick. Wir wollen nach Möglichkeit neue Nationalspieler entwickeln. Da macht es wenig Sinn, überwiegend auf Spieler zurückzugreifen, die schon im fortgeschrittenen Sport-Alter sind. Wir haben aber selbstverständlich auch einige erfahrene Spieler im Kader haben. Die Routine dieser Jungs ist sehr wertvoll.

Futsal steht in der deutschen Sportlandschaft selten im Fokus. Was ist für Sie das Faszinierende an dieser Sportart?

Rassi: Kurz gesagt: Futsal ist ein geiler Sport. Er ist faszinierend, schnell und technisch. Ich stelle in Deutschland eine positive Entwicklung fest. Futsal wird immer mehr angenommen. Auch die deutsche Nationalmannschaft wird immer besser. Das führt wiederum zu noch mehr Werbung und steigendem Interesse - auch und gerade von Fußball-Fans.

Sie trainieren parallel auch die Futsal-Mannschaft des SC Bayer 05 Uerdingen. Zuvor waren Sie schon in London und in Singapur tätig. Wie schneidet der Futsal in Deutschland im internationalen Vergleich ab?

Rassi: England war vor ein paar Jahren auf einem ähnlichen Stand wie Deutschland. Nun sind die Engländer aber einen Schritt voraus, weil sie Futsal-Spieler mit ihren Akademien schon im Junioren-Alter abholen. In Singapur kann dagegen jedes Kind Futsal spielen, weil es überall öffentliche Plätze gibt. Doch auch Deutschland macht Fortschritte. Ich trainiere zum Beispiel regelmäßig die U 9, U 10 und U 11 von Fortuna Düsseldorf in Sachen Technik und baue dabei auch Futsal-Elemente ein. Für mich steht fest: Durch Futsal kann man auch ein besserer Fußballer werden. Bis wir allerdings auf den Stand der Top-Nationen wie Portugal, Spanien, Russland, Argentinien oder Brasilien kommen, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Anfang Januar 2020 steigt in der Sportschule Wedau der DFB-Futsal-Länderpokal. Im letzten Winter sprang mit Rang sechs die bisher beste Platzierung für den Niederrhein heraus. Geht es nun sogar noch besser?

Rassi: Das Abschneiden damals hatten wir nicht erwartet. Wir waren mit der Vorgabe ins Turnier gegangen, nicht auf dem 22. Platz zu landen. Doch dann hat sich unsere Mannschaft stetig gesteigert. Beim nächsten Länderpokal steht das Ergebnis erneut nicht an vorderster Stelle. Ziel bleibt es, die besten Spieler aller Vereine einzuladen. Das müssen nicht immer nur die größten Klubs am Niederrhein sein. Auch bei Landesligisten kicken vielversprechende Talente. Am liebsten wäre mir, wenn wir möglichst vielen 18- bis 19-Jährigen beibringen, Futsal zu spielen und sie dafür begeistern.

Welche Fähigkeiten sind beim Futsal denn besonders gefragt?

Rassi: Ich möchte eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die mutig nach vorne spielt, die Zuschauer begeistert und immer aktiv ist. Dafür benötigen wir Spieler, die technisch stark sind, ein gutes Fitness-Niveau besitzen und handlungsschnell sind.


 

Spieler für U 19-Futsal-Stützpunktteam gesucht

Habt Ihr Lust, selbst Futsal zu spielen? Für die U 19-Futsal-Stützpunktmannschaft suchen wir noch Spieler.
Interessierte können sich bei Shahin Rassi (shahinrassi@gmail.com) melden. Die nächsten Trainingstermine sind der 9. und 16. Dezember.

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