37 Treffer markierte Lisa Reiners in den bisherigen 14 Saisonspielen für den SC Unterbach in der Frauen-Kreisliga Düsseldorf. Damit liegt die 24-Jährige im Kampf um die Torjägerkanone für alle in der 7. Liga nur einen Treffer hinter Marina Serwatka vom FC Bochum. Bereits unter ihrem früheren Namen Lisa Freese war die Angreiferin oft nah dran am Gewinn der Trophäe, hatte aber knapp das Nachsehen.
Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Lisa Reiners, die seit fünf Jahren als Erzieherin in einem Kindergarten arbeitet, über Alexandra Popp, ihre Hochzeit mit Teamkollegin Svenja und den möglichen Aufstieg in die Bezirksliga.
Sie belegen in dieser Spielzeit mit 37 Treffern den zweiten Platz bei der Wertung zur Torjägerkanone für alle in der 7. Liga. Wie sehr sind Sie davon überzeugt, dass Sie am Ende ganz oben stehen Frau Reiners?
Lisa Reiners: Sollte ich weiterhin so gut treffen, bin ich zuversichtlich, dass ich die Torjägerkanone gewinne. Wir sind ein starkes Team, haben auf Platz eins überwintert. Ich denke, dass es in der Rückrunde auch weiterhing gut für uns laufen wird.
In den zurückliegenden Spielzeiten schrammten Sie jeweils ganz knapp am Gewinn der Trophäe vorbei. Was haben Sie sich für die Rückrunde vorgenommen?
Reiners: Schon zweimal wollte ich die Torjägerkanone unbedingt gewinnen. Für Fortuna Düsseldorf sind mir 55 und in der abgelaufenen Saison für den SC Unterbach sogar 56 Tore gelungen. Jetzt lasse ich alles auf mich zukommen, will mich nicht unter Druck setzen.
Sie hatten sich beim 11:0 gegen Lohausener SV mit einem Sechserpack in die Winterpause verabschiedet. Wie viele Tore trauen Sie sich bis zum Saisonende zu?
Reiners: Wir haben 37 Punkte geholt und ich konnte 37 Treffer beisteuern. Wenn ich in der Rückrunde meine Toranzahl bestätige, wäre ich super glücklich. Realistisch halte ich 65 Treffer für machbar.
Ihr Team hat insgesamt schon 101 Treffer in dieser Spielzeit erzielt, hat aber nur zwei Punkte Vorsprung auf die Verfolger VfL Benrath und DJK Sportfreunde Gerresheim. Wie sehr sind Sie vom Aufstieg überzeugt
Reiners: Ich bin voller Hoffnung, dass wir es diesmal packen und in die Bezirksliga aufsteigen. In der Hinrunde haben wir gegen die direkten Konkurrenten gezeigt, dass wir es können. Außerdem steigen in dieser Spielzeit die ersten beiden Mannschaften auf.
Was zeichnet Ihre Mannschaft ganz besonders aus?
Reiners: Wir verstehen und harmonieren auf und neben dem Platz sehr gut, unternehmen auch privat sehr viel zusammen. Regelmäßig haben wir Mannschaftsabende im Vereinsheim, gehen zusammen Kegeln oder treffen uns auf der Bowlingbahn.
Bei Fortuna Düsseldorf sind Sie noch als Lisa Freese auf Torejagd gegangen. Warum haben Sie den Namen Ihrer Lebensgefährtin angenommen?
Reiners: Ich war als Lisa Freese bekannt, wollte nach unserer Hochzeit mit meinem neuen Namen einen Neustart machen. Ich spiele mit meiner Frau Svenja in einem Team, sie gibt mir als Mittelfeldspielerin die perfekten Vorlagen.
Wie fühlt sich das an?
Reiners: Am Anfang war es ungewohnt, als mein vorheriger Name Freese auf FUSSBALL.DE nicht mehr zu sehen war. Mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt. (lacht)
Sie waren bei Fortuna Düsseldorf Kapitänin des Gründungsteams. Warum haben Sie sich dem SC Unterbach angeschlossen?
Reiners: Unsere Co-Trainerin Jolina Niewiaddomski, die bei uns Kapitänin und auch als Torhüterin im Einsatz ist, kannte ich bereits. Sie hatte mich gefragt, ob ich beim SCU spielen möchte. Ich wollte nach meinem Abitur kürzertreten, nicht mehr fünfmal in der Woche trainieren und außerdem mit meiner Frau zusammenspielen.
Wo liegen Ihre ganz besonderen Stärken und in welchen Bereichen wollen Sie sich noch verbessern?
Reiners: Ich kann links wie rechts gleichermaßen gut schießen, bin auch ziemlich schnell unterwegs. Mein Zweikampfverhalten ist jedoch noch ausbaufähig. In Eins-gegen-Eins-Situationen verliere ich oft den Ball, weil ich zu lange überlege.
Mit welchen Hindernissen hatten Sie in Ihrer Laufbahn zu kämpfen?
Reiners: 2019 hatte ich für Bayer 04 Leverkusen in der zweiten Frauenmannschaft gespielt und mir damals einen Meniskusriss zugezogen. Danach habe ich mich auf mein Abitur und meine Ausbildung als Erzieherin konzentriert.
An welchen Vorbildern haben Sie sich in Ihrer Jugend orientiert?
Reiners: Seit meiner Kindheit bin ich großer Fan von Alexandra Popp. Sie ist vor dem Tor eiskalt und unglaublich treffsicher. Mit 14 Jahren haben wir mit Borussia Mönchengladbach eine Reise nach Wolfsburg gemacht. Bei einem Turnier habe ich Alexandra getroffen. Sie war sehr nett und authentisch.
Mit welcher Zielsetzung gehen Sie in die Rückrunde, die im März beginnt?
Reiners: Der SC Unterbach hat mit seiner Frauenmannschaft noch nie in der Bezirksliga gespielt. Ich will aufsteigen, so viele Tore wie möglich erzielen und die Torjägerkanone für alle gewinnen.
Dieser Text ist zuerst am 21. Januar auf FUSSBALL.DE erschienen.
