Corona-Krise

Oberligist VfB Hilden läuft 1.903 Kilometer für einen guten Zweck

In nur sieben Tagen legten Mannschaft sowie Trainer- und Betreuerteam fast 2.000 Kilometer zurück und sammelten so 3.000 Euro.
5. Mai 2020 Herrenfußball | DüsseldorfText: Heiko Buschmann/FUSSBALL.DE
Oberligist VfB Hilden läuft 1.903 Kilometer für einen guten Zweck
Bildquelle: FUSSBALL.DE
Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab des VfB Hilden: Gemeinsam zu 1.903 Kilometern.

In sieben Tagen 1.903 Kilometer: Selbst der beste Ultraläufer der Welt würde wohl an dieser Herausforderung scheitern. Für die Spieler des Oberligisten VfB 03 Hilden allerdings war die Strecke kein Problem, schließlich ging es darum, in Zeiten von Corona Geld für den guten Zweck einzusammeln. Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab schafften die an das Jahr der Vereinsgründung angelehnte Distanz sogar unter der vorgegebenen Zeit – allerdings natürlich im Kollektiv. Stefan Schaumburg war einer der fleißigsten Kilometerfresser der Hildener „Zwerge". Der Kapitän legte zum guten Schluss, als das Ziel schon erreicht war, sogar noch einen Marathon hin. Im Interview mit FUSSBALL.DE schildert der 31-Jährige die ungewöhnliche Aktion. 

FUSSBALL.DE: Herr Schaumburg, laufen gehört ja zum Fußball dazu, aber gleich 1.903 Kilometer? Wie kam die Truppe dazu, solch eine Strecke abzureißen? 

Stefan Schaumburg:  Unser Sponsor hat diesen Wettbewerb ins Leben gerufen. Wenn wir es schaffen, innerhalb von sieben Tagen 1903 Kilometer zu laufen, spendet das Unternehmen 3000 Euro für den guten Zweck. 

Wann und wie ging es los? 

Schaumburg: Am Sonntag, 19. April, und zwar mit 23 Leuten: 18 Spieler der ersten Mannschaft, die Verletzten konnten natürlich nicht mitmachen, das Trainerteam um Marc Bach, Marvin Schneider und Björn Scheffels, der erste Vorsitzende Max Kulesza sowie unsere Physiotherapeutin Sarah Höppner. So hätten wir jeder 11,83 Kilometer pro Tag laufen müssen, um nach sieben Tagen auf insgesamt 1903 Kilometer zu kommen. 

Mission completed... 

Schaumburg: Ja, und zwar vor der Zeit. Wir haben richtig Gas gegeben, da hat sich natürlich schnell ein echter Wettkampf-Charakter entwickelt. Nach den ersten drei Läufen hatten wir schon über 60 Kilometer auf dem Tacho und nach dem ersten Tag fast 425 Kilometer. 

Wer waren die Streber in der Truppe und wen musste man mit durchziehen? 

Schaumburg: Alle haben super mitgezogen, auch diejenigen, die Laufen normalerweise nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählen (lacht) . Einigen wird es nach zehn Kilometer langweilig, so viel läufst du in einem Oberliga-Spiel ja auch normalerweise nicht. Ich selber habe Spaß daran, ich brauche das. Zu den fleißigsten gehörten also neben dem Kapitän mein Stellvertreter Fabian zur Linden und unser Stürmer Nick Hellenkamp. Den Vogel abgeschossen hat allerdings unser Trainer, Marc hatte am Ende tatsächlich 98 Kilometer auf der Uhr und damit elf mehr als ich. 

Wie wurde gemessen und wie wurden die Ergebnisse geteilt?

Schaumburg: Gemessen wurde über Apps wie zum Beispiel Runtastic oder ähnliche. Die Ergebnisse haben wir dann jeden Tag in unserer WhatsApp-Gruppe geteilt. Das war schon eine richtige Challenge, nach dem zweiten Tag waren wir bei fast 800 Kilometern und so weiter bis es nach dem fünften Tag am vorigen Donnerstag genau 1.881,9 Kilometer waren – und wir somit fast schon am Ziel. Die fehlenden 21,1 Kilometer, um auf 1.903 zu kommen, waren dann am Freitag nur noch eine Art Zugabe. 

Sie selber konnten aber nicht genug kriegen, oder? 

Schaumburg: Ich habe mir gedacht, so fit wirst du nie wieder. Wir hatten ja vorher schon durch den Corona-Lockdown seit Mitte März kein Mannschaftstraining mehr und sind daher viel individuell gelaufen. Ich war jetzt also schön im Rhythmus und habe am Samstag, außerhalb der Wertung, noch einen Marathon draufgepackt. Ich hatte vorher jeden Tag mindestens 20 Kilometer absolviert, meistens mit einem Schnitt von unter fünf Minuten pro Kilometer, und wollte es dann wirklich wissen. Das war aber dann des Guten doch ein bisschen zu viel. Ich habe den Marathon zwar geschafft, aber dabei musste ich ganz schön leiden. Immerhin hat mich mein Nachbar, der mich vorher schon bei den Läufen mit seinem Fahrrad begleitet hat, gut aufgemuntert. 

Wem kommen nun die 3.000 Euro für den guten Zweck zugute?

Schaumburg: Das Geld wird unser Sponsor vor allem dem Deutschen Roten Kreuz und der Tafel Hilden zur Verfügung stellen. Unser Sponsor hat die Aktion nun sogar verlängert und noch 2.000 Euro für eine neue Challenge draufgelegt. Dabei können sich seit Samstag alle Hildener beteiligen und müssen die Zeit, die wir für die 1.903 Kilometer gebraucht haben, nun unterbieten. Das werden sie mit vielen Leuten schaffen, da bin ich mir sicher - auch wenn wir richtig gut waren. 


Hinweis der Redaktion:
Dieser Text ist am 27. April zuerst hier auf FUSSBALL.DE erschienen.

 


 

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