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Emre Can: Der eine bei Jogi Löw, der andere in der Oberliga Niederrhein

Mittelfeldspieler von Spvg Schonnebeck aus Essen fiebert mit Nationalelf-Namensvetter mit

13.10.2018
Der Emre Can aus Gelsenkirchen-Horst spielt in der Oberliga für die Essener Spvg Schonnebeck.
Der Emre Can aus Gelsenkirchen-Horst spielt in der Oberliga für die Essener Spvg Schonnebeck. - Foto: FUSSBALL.DE

Diese Nachricht hätte eigentlich wie eine Bombe einschlagen müssen: Emre Can wechselt nach Schonnebeck! Anfang September vermeldete der Oberligist aus Essen die Verpflichtung des Spielers mit dem klangvollen Namen. Es ist allerdings nur ein Namensvetter des deutschen Nationalspielers, der jetzt in der fünften Spielklasse an den Ball geht: Emre Can, 20 Jahre alt, zuvor für die U 23 des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf in der Regionalliga aktiv.

Im Gespräch mit fvn.de erklärt der Offensivspieler, der in der Jugend des VfL Bochum und des MSV Duisburg ausgebildet wurde, dass er ständig auf den anderen Emre Can angesprochen wird und der nicht nur wegen des Namens ein Vorbild für ihn ist.

fvn.de: Herr Can, seit Anfang September sind Sie in Schonnebeck. Wie waren die ersten Wochen bei Ihrem neuen Verein?

Emre Can: Ich bin sehr gut aufgenommen worden, meine Mitspieler, der Trainer und die anderen Leute im Verein sind wirklich richtig okay. Jetzt möchte ich richtig fit werden, um auf noch mehr Einsatzminuten als in den letzten beiden Spielen zu kommen. Leider war ich ja am Ende der vergangenen Saison in Düsseldorf verletzt und habe einen Muskelfaserriss mit mir herumgeschleppt, sodass ich noch ein wenig Trainingsrückstand habe. Da in Schonnebeck allerdings nicht so häufig wie in Düsseldorf trainiert wird, nämlich nur dreimal in der Woche im Gegensatz zu vorher jeden Tag, mache ich für mich individuelle Extraschichten.

Wie kam es zum Wechsel von Fortunas U 23 zur Spielvereinigung Schonnebeck?

Can: Der Kontakt nach Schonnebeck bestand schon etwas länger, seit Februar oder März. Ich hatte auch andere Anfragen, darunter Klubs aus der Regionalliga, doch für mich war wichtig, wieder mehr zu spielen und zwar in der Nähe. Ich wohne in Gelsenkirchen-Horst, von da aus ist es bis zum Schetters Busch in Schonnebeck nicht so weit. Da die Spielvereinigung in der Oberliga hohe Ziele hat und in der letzten Saison Zweiter wurde, passt das für mich sehr gut.

Emre Can hatte zuvor bei der der U 23 von Fortuna Düsseldorf gespielt.
Emre Can hatte zuvor bei der der U 23 von Fortuna Düsseldorf gespielt. - Foto: privat

Und wie oft sind Sie dort schon auf Ihren berühmten Namen angesprochen worden?

Can: (lacht) Das passiert eigentlich ständig, nicht nur in Schonnebeck, sondern natürlich auch vorher schon. Da wird immer viel geflachst, so nach dem Motto: ‚Ah, Emre Can kommt!‘ Als ob ich ein Profi oder Nationalspieler wäre. Das ist aber immer lustig gemeint und natürlich bilde ich mir auf den Namen nichts ein, wir heißen ja nur gleich.

Ist der Name denn unter Türkischstämmigen sehr geläufig?

Can: Der Nachname Can schon, den gibt es etwa so oft wie Meier, Müller oder Schmitz. Der Vorname Emre kommt nicht so häufig vor und in der Kombination Emre Can kenne ich eigentlich nur den Profi von Juventus und mich. Allerdings haben manche Jungs auch den Doppelvornamen Emre-Can.

Emre Can, der Profi von Juventus Turin, wurde für die Nationalelf nachnominiert.
Emre Can, der Profi von Juventus Turin, wurde für die Nationalelf nachnominiert. - Foto: Getty Images

Ist der Star von Juve ein Vorbild für Sie?

Can: Auf jeden Fall! Wir spielen zwar nicht exakt die gleiche Position, denn er ist Sechser und ich spiele im Mittelfeld normalerweise etwas weiter vorne, aber von der Statur sind wir uns etwas ähnlich. Von seiner Einstellung auf dem Platz kann sich sicher jeder Spieler etwas abschauen, nicht nur ich, der genau so heißt. Ich verfolge seinen Werdegang natürlich schon länger, seit er Bayern München verlassen hat und zu Bayer Leverkusen gegangen ist. Der Wechsel von dort aus zum FC Liverpool war dann der nächste große Schritt, er hat sich in England in der wohl besten Liga der Welt durchgesetzt und ist jetzt bei einem noch größeren Verein, Juventus Turin.

Seit seiner Jugendzeit spielt Emre Can für Deutschland, obwohl er statt des Bundesadlers auch den Halbmond auf der Brust tragen könnte. Die richtige Entscheidung aus Ihrer Sicht? Sie haben ja eine ähnliche Biographie wie er.

Can: Das muss jeder selbst wissen. Bei manchen Deutsch-Türken schlägt das Herz mehr für die Heimat ihrer Eltern, für andere wiederum ist ganz klar, dass sie für Deutschland spielen. Das ist immer ein gewisser Gewissenskonflikt, denn wer hier geboren ist, dessen Vorfahren aber aus der Türkei kommen, nennt eigentlich immer zwei Länder seine Heimat. Manchmal ist es aber auch eher eine sportliche Entscheidung, je nachdem, wo man die bessere Perspektive zu spielen sieht.

Turins Emre Can ist von Bundestrainer Joachim Löw für die Nations-League-Partien in Holland und Frankreich nachnominiert worden. Hat das auch Sie persönlich gefreut?

Can: Na klar, Emre Can muss eigentlich immer dabei sein... (lacht)

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Text: Heiko Buschmann

Souveräner Spitzenreiter in der Oberliga Niederrhein: Trainer Stefan Janßen (Mitte) und der VfB Homberg.
Souveräner Spitzenreiter in der Oberliga Niederrhein: Trainer Stefan Janßen (Mitte) und der VfB Homberg. - Foto: Volker Nagraszus

Die Oberliga Niederrhein ist die höchste vom Fußballverband Niederrhein (FVN) organisierte Spielklasse. Die 18 Teams dieser fünften Liga kämpfen gegen den Abstieg in zwei Landesligen und um den Aufstieg in die Regionalliga West - hier ein Lagebericht nach dem 10. Spieltag am vergangenen Wochenende.

Den Blick auf die Tabelle hätte er sich schon früher gönnen können, so schön wie es für ihn und seine Mannschaft bisher aussah. Doch Stefan Janßen ist ein Mann mit Prinzipien. Vor Wochen hatte der Trainer des VfB Homberg angekündigt, er werde sich das Ranking erst nach dem zehnten Spieltag anschauen. Bitte schön: Nach dem fulminanten 6:1-Sieg am Sonntag über den 1. FC Monheim thront der Ligaprimus mit grandiosen 28 Punkten und 27:7 Toren an der Spitze der Oberliga Niederrhein. "Gefällt mir", urteilt Janßen in knappem Facebook-Jargon.

Viel erzählen muss er derzeit ja auch nicht, seine Spieler lassen schließlich auf dem Platz Taten sprechen. Gegen Vorjahresaufsteiger Monheim stand es schon nach einer guten halben Stunde durch Patrick Dertwinkel per Elfmeter, Torjäger Danny Rankl und Metin Kücükarslan 3:0 für die Duisburger. Auch ein kleiner Hänger nach dem Wechsel und der Monheimer Anschlusstreffer durch Nikla Aleksic (61.) brachte den VfB nicht aus der Bahn. Jeroma Manca, erneut Rankl und schließlich Kapitän Dennis Wibbe machten das halbe Dutzend voll.

„Das war mindestens 75 bis 80 Minuten ein überragendes Spiel von meiner Mannschaft gegen so einen Gegner“, befand Janßen nach dem Abpfiff gegenüber reviersport.de. Dass es in der Saison einfach so weiter gehen wird, davon geht der zurückhaltende Homberger Coach aber nicht aus: „Was ist die Tabelle wert, wenn du nach 25 Spieltagen nur noch dreimal gewonnen hast?“ Der Aufstieg in die Regionalliga ist zumindest bei ihm daher noch lange kein Thema. „Wenn wir zwei Spieltage vor Schluss noch genauso stehen, können wir noch einmal drüber reden“, erklärt Janßen.

Robin Hömig von den Sportfreunden Baumberg führt momentan die Torjägerliste an.
Robin Hömig von den Sportfreunden Baumberg führt momentan die Torjägerliste an. - Foto: FUSSBALL.DE

Weiterhin sieben Punkte Rückstand auf den enteilten Tabellenführer haben die Sportfreunde Baumberg auf Platz zwei und der punktgleiche 1. FC Bocholt. Beide Teams lösten am Sonntag ihre Heimaufgaben, Bocholt mit einem klaren 3:0 (1:0)-Erfolg über Jahn Hiesfeld und die Baumberger mit einem knappen 2:1 (1:1)-Sieg gegen den bisher starken Oberliga-Neuling TSV Meerbusch. Der gefeierte Spieler auf dem Platz in Baumberg war Robin Hömig, der sich mit zwei verwandelten Strafstößen an die Spitze der Oberliga-Torjägerliste setzte. Meerbusch war an der Sandstraße allerdings durch Dennis Dowidat mit 1:0 (11.) in Führung gegangen und durfte sogar fast eine Stunde lang in Überzahl agieren. Baumbergs Alon Abelski holte sich die gelb-rote Karte ab und musste vorzeitig duschen gehen.

Am Mittwoch dürfte der Ex-Profi aber wieder dabei sein, wenn für die Sportfreunde ein echtes sportliches Highlight ansteht: Im Niederrheinpokal gibt der Drittligist KFC Uerdingen seine Visitenkarte an der Europaallee ab. „Wir wollen in erster Linie Werbung für den Fußball in Monheim machen“, kündigt Baumbergs Coach Redouan Yotla gegenüber reviersport.de an. „Wir wollen den KFC ärgern und versuchen, so lange es geht die Null zu halten.“

Schweren Zeiten gehen in der Oberliga Niederrhein der FSV Duisburg und Jahn Hiesfeld entgegen. Nach dem ersten Saisonsieg vor einer Woche (4:1 gegen Ratingen) unter dem neuen Trainer Erhan Albayrak kamen die Duisburger bereits am Samstag im Kellerduell beim SC West mit 1:4 unter die Räder. Rico Weiler (3./Elfmeter) und Sebastian Santana (45.) schossen die Düsseldorfer bereits zur Halbzeit mit 2:0 in Front, ehe Dennis Ordelheide (58.) und Fabian Stutz (73.) in schönem Abstand erhöhten. Can Serdar gelang kurz vor Schluss per Strafstoß nur noch der Ehrentreffer für die Gäste „Der SC West hat einfach gespielt und auf unsere Fehler gewartet. Wenn du solche Kreisliga-Fehler begehst, dann brauchst du dich nicht wundern, wenn du das Spiel verlierst“, ärgerte sich FSV-Coach Erhan Albayrak im Gespräch mit reviersport.de.

Für den TV Jahn aus Dinslaken-Hiesfeld war hingegen die Hürde Bocholt zu hoch. Dominik Gubla machte mit dem frühen 1:0 (3.) deutlich, wohin die Reise in dieser Partie gehen würde. André Bugla (56.) und Tim Winking (64.) schossen letztlich den 3:0-Heimsieg für den Tabellendritten aus Bocholt heraus.

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Text: FVN

Schossen beim ersten Saisonsieg gegen Ratingen (4:1) drei der vier FSV-Tore: Malik Cakmakci (rechts, 2) und Ibrahim Bayraktar (1).
Schossen beim ersten Saisonsieg gegen Ratingen (4:1) drei der vier FSV-Tore: Malik Cakmakci (rechts, 2) und Ibrahim Bayraktar (1). - Foto: FUSSBALL.DE (3), Collage: FVN

Die Oberliga Niederrhein ist die höchste vom Fußballverband Niederrhein (FVN) organisierte Spielklasse. Die 18 Teams dieser fünften Liga kämpfen gegen den Abstieg in zwei Landesligen und um den Aufstieg in die Regionalliga West - hier ein Lagebericht nach dem 9. Spieltag am vergangenen Wochenende.

In der Bundesliga ist vorerst Schluss mit der Langeweile, der Siegeszug des Serienmeisters Bayern München gestoppt. Vier Etagen tiefer in der Oberliga Niederrhein aber nimmt derzeit eine Mannschaft die Rolle des Souveräns ein, wie er eigentlich bisher nur von den Profis ganz oben bekannt ist: der VfB Homberg. Nach dem 3:1-Sieg im Spitzenspiel am Sonntag beim vorherigen Tabellenzweiten TSV Meerbusch haben sich die Duisburger am neunten Spieltag vorerst von der Konkurrenz abgesetzt. Schon stolze sieben Punkte beträgt der Vorsprung des VfB aktuell auf den neuen ersten Verfolger, die Sportfreunde Baumberg.

Justin Walker (32.) und Danny Rankl (42.) brachten die Gäste vor 500 Zuschauern in Meerbusch zunächst in Führung, ehe dem Aufsteiger in der 73. Minute durch Benjamin Dohmen der Anschlusstreffer gelang. Kurz vor dem Abpfiff aber machte Thorsten Kogel mit dem 3:1 (87.) für den VfB alles klar. „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Unsere Tore fielen zu denkbar guten Zeitpunkten. Die Torausbeute war sehr gut“, freute sich Stefan Janßen nachher und fügt hinzu „Dass das Spiel am Ende nicht 2:2, sondern 3:1 ausgeht, zeigt einfach, dass wir einen Riesenlauf haben.“ Acht Siege und ein Remis zieren die fantastische Zwischenbilanz der Homberger, die bisher lediglich im Topspiel am Vorsonntag gegen die SSVg Velbert die Optimalausbeute von drei Punkten verpassten.

Meerbusch allerdings zeigte trotz der Niederlage, warum mit dem Oberliga-Neuling weiterhin oben zu rechnen ist. „Wir waren die bessere Mannschaft und haben uns einige hundertprozentige Torchancen herausgespielt, die wir allerdings nicht gut genutzt haben“, befand TSV-Trainer Antonio Molina und lobte in der Pressekonferenz nach der Partie seinen Kollegen Stefan Janßen: „Ihr habt euch kontinuierlich herangetastet und seid ganz klar ein Vorbild für unsere Entwicklung.“

Schon etwas abgeschlagen hinter dem Ligaprimus hat sich das Feld neu sortiert. Während Aufstiegsfavorit Velbert (1:3 gegen Baumberg) und auch der 1. FC Bocholt (1:3 bei TuRU Düsseldorf) strauchelten, machten die Sportfreunde Baumberg und die SpVg Schonnebeck Boden gut. Den 4:0-Sieg über den Aufsteiger SC Velbert, der bereits nach einer guten halben Stunde eingetütet war, mussten die „Schwalben“ vom Schetters Busch allerdings teuer bezahlen. Routinier Georgios Ketsatis zog sich eine Fußverletzung zu und musste ins Krankenhaus, die genaue Diagnose steht noch aus. Bei den Schonnebeckern feierte dafür ein Neuzugang mit prominentem Namen sein Debüt: Emre Can. Der Namensvetter des deutschen Nationalspielers in Diensten von Juventus Turin, erst Anfang September von Fortuna Düsseldorf II nach Essen gewechselt, kam in der zweiten Halbzeit zum Einsatz.

Uneingeschränkt gut war die Laune hingegen in Baumberg. Das 3:1 (0:0) in Velbert war bereits der fünfte Sieg hintereinander. „Es ist schon eine Hausnummer, hier zu gewinnen. Das machst du nicht im Vorbeigehen“, gab Sportfreunde-Coach Redouan Yotla zu. Der 34-Jährige, zugleich Sportlicher Leiter bei den Monheimern wurde erst in der vergangenen Woche vom Interims- zum dauerhaften Cheftrainer ernannt.

Großes Aufatmen herrscht derweil beim FSV Duisburg. Nach acht Pleiten in Folge und dem Tausch auf dem Trainerstuhl von Muhammet Isiktas zu Erhan Albayrak holte das Schlusslicht am Sonntag die ersten drei Punkte. Und wie! Beim 4:1 (1:1) gegen Germania Ratingen sendete der Aufsteiger vor allem in der zweiten Halbzeit ein deutliches Lebenszeichen. „Für uns war das Ratingen-Match quasi der erste Spieltag. Jetzt geht es richtig los“, kündigte Ex-Profi Albayrak im Gespräch mit „RevierSport“ an.

Nächste Woche wollen Duisburger im Kellerduell beim Vorletzten SC Düsseldorf-West den nächsten Schritt vom Tabellenende weg machen. Das ist dem VfB Speldorf schon gelungen. Nach fünf Pleiten hintereinander fuhren die Mülheimer mit einem 2:0 (1:0) beim VfB Hilden wichtige drei Zähler ein. „Der Sieg war natürlich wichtig. In der aktuellen Situation zählt für uns jedes Erfolgserlebnis“, erklärte Speldorfs Trainer Christian Mikolajczak.

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Text: FVN

Robert Fleßers erzielte das goldene Tor bei Meerbuschs Auswärtssieg in Nettetal.
Robert Fleßers erzielte das goldene Tor bei Meerbuschs Auswärtssieg in Nettetal. - Foto: FUSSBALL.DE

Die Oberliga Niederrhein ist die höchste vom Fußballverband Niederrhein (FVN) organisierte Spielklasse. Die 18 Teams dieser fünften Liga kämpfen gegen den Abstieg in zwei Landesligen und um den Aufstieg in die Regionalliga West - hier ein Lagebericht nach dem 8. Spieltag am vergangenen Wochenende.

Die Siegesserie ist gerissen, doch der Trainer ist trotzdem stolz auf seine Mannschaft. Nach vom Start weg sieben Dreiern in Folge hat sich der VfB Homberg im Spitzenspiel der Oberliga Niederrhein ein 1:1 (0:1) daheim gegen die SSVg Velbert erkämpft. „Velbert ist ein absolutes Spitzenteam. Wir können nicht für uns in Anspruch nehmen, dass wir sie mal eben rasieren“, erklärte Hombergs Coach Stefan Janßen nach dem Abpfiff gegenüber der „Neuen Rhein Zeitung“ (NRZ). Felix Clever war der umjubelte Last-Minute-Torschütze bei den Duisburgern (hier das Tor und der Jubellauf im Video), nachdem Julian Kray den vermeintlichen Aufstiegsfavoriten bereits in der 8. Minute in Führung gebracht hatte. Bitter für die von Ex-Profi Alexander Voigt betreuten Velberter: Goalgetter Kray sah kurz vor Schluss nach einer Tätlichkeit gegen Metin Kücükarslan Rot. Für die SSVg war es bereits der dritte Platzverweis in Folge.

Kurios: Der VfB Homberg konnte durch das erste Unentschieden seine Pole Position sogar auf vier Punkte Vorsprung ausbauen, weil sich der bisherige Tabellenzweite 1. FC Bocholt daheim eine überraschende 0:4-Pleite gegen den VfB Hilden erlaubte. Zissis Alexandris brachte die Gäste, die mit der Empfehlung von zuvor lediglich fünf Punkten auf ihrem Konto am Hünting antraten, früh in Führung. Tim Tiefenthal, 03-Kapitän Stefan Schaumburg und Talha Demir schraubten das Ergebnis in den letzten 20 Minuten in kaum geglaubte Höhen. „Der Sieg ist verdient, weil wir die Bocholter gut ausgekontert haben“, befand Hildens Coach Marc Bach hinterher im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ (RP) und fügte hinzu: „Vielleicht ist der Erfolg aber ein bis zwei Tore zu hoch ausgefallen. Der Gegner hat schon eine sehr gute spielerische Qualität. Wir haben aber die Räume gut schließen und an den richtigen Stellen für Entlastung sorgen können.“

Neuer erster Verfolger von Spitzenreiter Homberg ist nun ein absolutes Überraschungsteam: der TSV Meerbusch. Der TSV Meerbusch setzte sich im Duell der Oberliga-Neulinge bei Union Nettetal mit 1:0 (0:0) durch und feierte den sechsten Erfolg im achten Match. Ex-Profi Robert Fleßers, der einst u.a.bei Borussia Mönchengladbach, beim 1. FSV Mainz 05 und beim FC Ingolstadt unter Vertrag stand und 37 U-Länderspiele für den DFB absolviert hatte, besorgte erst in der 89. Minute per Kopf den Siegtreffer für die Truppe von Trainer Toni Molina. „Der Fußballgott war heute nicht auf unserer Seite“, stöhnte Nettetals Coach Andreas Schwan nach dem Schlusspfiff gegenüber der RP und bemerkte: „Ich habe Meerbusch nicht besser gesehen. Wir waren immer nah dran und hätten auch dreimal in Führung gehen können.“

Im Tabellenkeller konnte derweil Schwarz-Weiß Essen Boden gut machen. Der ETB landete mit einem 2:0 (1:0) gegen das weiterhin punktlose Schlusslicht FSV Duisburg den zweiten Dreier in Folge und verließ mit nunmehr sieben Zählern vorerst die Abstiegsränge.

Dort findet sich völlig ungewohnt der TV Jahn Hiesfeld wieder. Die Dinslakener, in den vergangenen Jahren meist eher Anwärter auf die vorderen Plätze, kehrten mit einer 1:3 (1:1) -Pleite von ihrer Auswärtsfahrt zu TuRU Düsseldorf zurück. „Ich habe den Kaffee so richtig auf. Wenn man kämpft, sieht das für mich anders aus als bei uns momentan“, nahm Jahns-Teammanager Thomas Drootboom gegenüber „RevierSport“ kein Blatt vor den Mund. „Nach dem 1:0 dachten wir, dass wir die Partie nun mal anders gestalten können. Stattdessen spielen wir seit Wochen wie eine Blaskapelle“, meckerte der 52-Jährige. Schließlich sah es für die Hiesfelder an der Feuerbachstraße zunächst gut aus, brachte doch Kevin Corvers die Jungs von Trainer Markus Kaya in der 20. Minute in Führung. TuRU aber drehte durch Treffer von Taoufiq Naciri (38., 74.) und Tim Galleski (54.) die Partie – obwohl die Oberbilker ab der 41. Minute in Unterzahl auskommen mussten. Jacob Ballah ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen und musste vorzeitig duschen gehen.

Hiesfeld steht am kommenden Sonntag (15 Uhr) unter Zugzwang, wenn der mit nur einem Platz und einem Punkt besser gestellte SC West aus Düsseldorf im Stadion am Freibad gastiert. Der Hit des 9. Spieltags aber findet am 30. September in Meerbusch statt: Auf der Theodor-Mostertz-Sportanlage an der Nierster Straße erwartet der neue Tabellenzweite TSV den VfB Homberg zum Gipfeltreffen der Oberliga Niederrhein.

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Text: FVN

Starkes Gruppenfoto vor Anpfiff: Der VfB Homberg, die SSVg Velbert sowie das Schiedsrichter-Trio um Robin Delfs.
Starkes Gruppenfoto vor Anpfiff: Der VfB Homberg, die SSVg Velbert sowie das Schiedsrichter-Trio um Robin Delfs. - Foto: Henrik Lerch

Oberliga-Topspiel im Dauerregen: Spitzenreiter VfB Homberg traf am Sonntagnachmittag im heimischen PCC-Stadion auf Verfolger SSVg Velbert. Die Partie endete nach sehr viel Regen, großem Kampf und zahlreichen Torchancen 1:1 (0:1).

Julian Kray hatte die Gäste früh in Führung gebracht (8.), das ständige Anrennen des VfB Homberg wurde schließlich sehr spät - in der zweiten Minute der Nachspielzeit - belohnt: Abwehrspieler Felix Clever traf einer Freistoßflanke per Kopf zum vielumjubelten Ausgleich - hier ein Video des Tores und des Jubellaufes.

Der VfB Homberg bleibt mit nun 22 Punkten weiter Tabellenführer in der Oberliga Niederrhein und hat vier Punkte (TSV Meerbusch, 1. FC Bocholt) bzw. fünf Punkte (SSVg Velbert, SC Velbert) Vorsprung auf seine ärgsten Verfolger.

Vor dem Anpfiff der Partie hatten die Spieler beider Teams sowie das Schiedsrichter-Trio um Robin Delfs für ein Gruppenfoto vor der #unitedbyfootball-Bande parat gestanden. Bundesweit hatte es in allen Landesverbänden sowie in den Profiligen einen Aktionsspieltag für die deutsche EURO 2024-Bewerbung gegeben. Am kommenden Donnerstagnachmittag, 27. September, wird von der UEFA bekanntgegeben, ob der DFB oder der türkische Fußballverband die Europameisterschaft im Jahr 2024 ausrichten dürfen.

Zahlen und Daten zur Oberliga Niederrhein

Text und Fotos: Henrik Lerch

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