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Eine wichtige Säule im Nachwuchsbereich

DFB-Programm will durch Kooperation mit Schulen junge Trainer fördern

27.03.2018
FVN-Mitarbeiter Mirko Schweikhard erklärt den Teilnehmern neue Lerninhalte [Foto: M.Fuhrmeister]
FVN-Mitarbeiter Mirko Schweikhard erklärt den Teilnehmern neue Lerninhalte [Foto: M.Fuhrmeister] -

Der FVN hat in fünf Jahren schon 549 „Junior-Coaches“ ausgebildet

Im Vergleich zu früheren Zeiten sind sie eine Seltenheit geworden: ehrenamtliche Trainer, die mehrmals in der Woche ihre Freizeit auf dem Fußballplatz verbringen, um Kindern und Jugendlichen das Kicken näherzubringen, Taktik und Spiellaune zu vermitteln. Und noch schwieriger ist es für viele Vereine geworden, Jugendliche und junge Erwachsene zu finden, die diesen Job übernehmen wollen. Zu groß ist gerade in diesem Alter die Konkurrenz durch Freundin, andere Hobbys und natürlich auch die Schule. Eine Entwicklung, der der DFB seit fünf Jahren mit dem Programm „Junior-Coach“ entgegenwirken will. Schließlich bilde dieses Programm „eine wichtige Säule in unserer Nachwuchsarbeit“, so Bundestrainer Joachim Löw. „Zur Erreichung der Ziele benötigen wir den vollen Einsatz der Ausbildungsschulen.“ Die so umworbenen sitzen beim FVN-Workshop in der Lore-Lorenz-Schule in Düsseldorf zusammen. Rund 40 Lehrer aus 17 Schulen vom Niederrhein haben diesmal wieder das Ziel, möglichst viele Schüler zu Junior-Coaches auszubilden, die ihr Wissen später in Schul-AGs und im Idealfall auch in Fußballvereinen an den Nachwuchs bringen.

Übergabe des FVN-Ausbildungsschulen Schildes - v.l.: Andre Lengsfeld (FVN Schulfußballausschuss, Angelika Pick (Schulleiterin Lore-Loren-Schule, Fabian Göddeke (Sportlehrer Lore-Lorenz-Schule) [Foto: M.Fuhrmeister]
Übergabe des FVN-Ausbildungsschulen Schildes - v.l.: Andre Lengsfeld (FVN Schulfußballausschuss, Angelika Pick (Schulleiterin Lore-Loren-Schule, Fabian Göddeke (Sportlehrer Lore-Lorenz-Schule) [Foto: M.Fuhrmeister] -

Schon 24 Juniorcoaches haben die C-Lizenz erlangt

Bislang ist das Projekt eine Erfolgsgeschichte. Allein im Landesverband Niederrhein haben seit Gründung zum Schuljahr 2013/2014 insgesamt 549 Teilnehmer (knapp 14000 im gesamten Bundesgebiet) das DFB-Programm durchlaufen, 24 von ihnen haben inzwischen die C-Lizenz erreicht. Und der Mädchenanteil aller Teilnehmer liegt bei stolzen 23 Prozent.

„Gerade am Anfang war die Nachfrage seitens der Schüler enorm groß“, erinnert sich Axel Lehnen von der International School on the Rhine (ISR) in Neuss. Gewirkt habe natürlich das DFB-Logo, unter dem das Projekt beworben worden sei. Zusätzlich hat die ISR mit dem langjährigen Profi unter anderem des 1. FC Köln und zuletzt als Trainer von Hansa Rostock tätigen Karsten Baumann im letzten Jahr ein Aushängeschild in Sachen Fußball angestellt. „Das Projekt wird bei uns super angenommen“, erklärt auch ISR-Lehrer Markus Bartsch, der außerdem beim Kooperationsverein PSV Neuss an der Seitenlinie steht. Künftig wollen die drei auch Kinder und Jugendliche benachbarter Schulen als Junior-Coaches gewinnen.

Gruppenfoto für die DFB-Junior-Coaches Ausbildungslehrer [Foto: M.Fuhrmeister]
Gruppenfoto für die DFB-Junior-Coaches Ausbildungslehrer [Foto: M.Fuhrmeister] -

Oft Bestandteil der Schul-Projektwoche

40 Lerneinheiten müssen die Teilnehmer absolvieren, bevor ihnen die DFB-Urkunde ausgehändigt wird. „Oft wird das Programm in Projektwochen durchgezogen“, weiß Mirko Schweikhard, der als hauptamtlicher Mitarbeiter der FVN-Abteilung Jugend und Schulfußball den Workshop leitet. Doch damit soll im besten Fall nicht Schluss sein. Schweikhard: „Wir wollen möglichst viele Junior-Coaches dazu gewinnen, den Kindertrainerschein und die C-Lizenz zu machen.“

Aber bei dem Projekt geht es nicht ausschließlich ums Sportliche. Der DFB hat mit der Commerzbank einen Partner ins Boot geholt, der den Schulen einen Paten an die Seite stellt. Die sorgen unter anderem dafür, dass die Junior-Coaches auch ein hochwertiges Bewerbungstraining absolvieren können. „Ein Angebot, das viele Schüler gerne mitnehmen“, weiß Axel Lehnen.

Mehr Qualität, aber auch noch mehr Quantität

Die Lehrer, die am Workshop teilnehmen, kennen sich zum Teil schon seit vielen Jahren. Für sie ist es mehr Erfahrungsaustausch als das Erlernen neuer Inhalte. Aber die Anzahl der teilnehmenden Schulen ist vom DFB gedeckelt. „Nach der Anlaufphase wollen wir jetzt nach und nach die Qualität der Ausbildung verbessern“, erklärt Schweikhard. Was aber nicht heißen soll, dass interessierten Schulen der Zugang zum Junior-Coach-Programm verwehrt bleibt. Im Gegenteil: Der FVN will sich mit neuen Standorten natürlich auch breiter aufstellen. So will der DFB-Schulfußballausschuss im April darüber entscheiden, ob und in welcher Form mit den bisherigen Ausbildungsschulen kontinuierlich weitergearbeitet werden kann und trotzdem neue Schulstandorte aufgenommen werden können.

DFB-Junior-Coach - der richtige Weg zu mehr Nachwuchs auf den Trainerbänken? Ein erfolgreicher Anfang ist jedenfalls gemacht.

GALERIE

[Text & Fotos: M.Fuhrmeister |
Layout: F.B./FVN]

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